von ih 13.01.2026 16:01 Uhr

USA und Dänemark sprechen am Mittwoch über Grönland

Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen am Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen soll auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen meldete. Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im Weißen Haus teilnehmen, sagte Rasmussen im Voraus.

APA/AFP

Man wolle die Situation in einem Rahmen erörtern, wo man sich in die Augen schauen könne. Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben.

Wie das grönländische Nachrichten- und Medienportal „Sermitsiaq“ online berichtete, ist Ende der Woche ein weiteres Treffen beider Seiten geplant. Acht Senatoren, darunter zwei republikanische Senatoren und drei Mitglieder des US-Kongresses, werden voraussichtlich am Freitag oder Samstag mit dem Grönland-Ausschuss des dänischen Parlaments und Mitgliedern des Ausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik des grönländischen Parlaments (Inatsisartut) zusammentreffen. Die Delegation wird von der Senatorin aus Alaska, Lisa Murkowski, geleitet, die als „gute Freundin Grönlands“ bezeichnet wird.

Murkowski soll sich mehrfach unterstützend für die Eigenständigkeit der Grönländer ausgesprochen haben. Außerdem soll sie sich für ein seit Anfang des Jahres gerüchteweise von den USA vorbereitetes Freies-Assoziationsabkommen (COFA) mit Grönland aussprechen – falls die Grönländer das überhaupt wollen.

Verbaler Schlagabtausch im Vorfeld

Zuvor hatte es einen tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen unter anderem US-Präsident Donald Trump und dänischen Politikern wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in der Angelegenheit gegeben. Trump will Grönland den USA einverleiben.

Dänemark und Grönland hatten daraufhin um das Gespräch gebeten. Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. „Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, sagte er.

Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Außerdem verwies er auf die strategische Bedeutung der Insel und auf die Bodenschätze Grönlands.

US-Ansprüche auf Grönland im Prinzip nicht neu

Trump erhebt seit längerem Besitzansprüche auf Grönland. Schon in seiner ersten Amtszeit sorgte er für Irritationen, als er Interesse am Kauf von Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er noch weiter. Das Weiße Haus schloss zuletzt sogar einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus.

Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner vehement zurück. Wenn ein NATO-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs Dänemark zur NATO. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.

Mehrere NATO-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

apa

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