Tirol ruft Tobias-Moretti-Preis ins Leben

Die erste Verleihung sei jedenfalls bereits für das heurige Jahr vorgesehen, erklärte Mattle: „Das Fest der Kultur ist in diesem Jahr am 22. September geplant – dort wird der Tobias Moretti Preis erstmals vergeben.“ Dabei ergänze der Preis bestehende Auszeichnungen des Landes. „Tirol hat bisher zwar einen Preis für Volksbühnen bzw. Laien-Schauspiel vergeben, jedoch keinen Preis für darstellende Kunst in voller Bandbreite“, betonte der Landeschef.
Die Auszeichnung richte sich jedenfalls an professionelle darstellende Künstler und könne sich auf unterschiedliche Tätigkeiten – etwa Schauspiel, Regie oder Drehbuch – beziehen, erklärte Mattle. Eine ursprünglich angedachte Altersgrenze sei hingegen verworfen worden.
Auch Spätberufene zugelassen
Moretti begründete die Streichung ebenjener Grenze damit, dass künstlerische Entwicklung nicht ausschließlich am Alter festgemacht werden solle: „Es gibt ja auch Spätberufene.“ Menschen, die sich erst mit Mitte 30 oder 40 Jahren dazu berufen fühlen, Stücke zu schreiben, wolle man nicht wegen ihres Alters ausschließen.
Zudem erklärte der 66-Jährige, dass ein hervorragendes Jurorenteam zusammengestellt worden sei, das den Preis autonom vergeben wird. Er selbst sei hingegen nicht Teil der Jury. Der Theater- und Filmschauspieler verwies dahingehend auf seine Rolle als aktiver Mitwirkender bei den Tiroler Volksschauspielen. „Da ich da selber mitgespielt habe, bin ich auch befangen und das geht natürlich nicht.“
Prominente Jury vorgestellt
Der Preis war bereits im Jahr 2022 offiziell angekündigt, aber erst jetzt realisiert worden. Dass dies so lange gedauert hat, habe laut Moretti mehrere Gründe: „Zunächst braucht Gut Ding Weile und zweitens wussten wir lange nicht, wie mit meiner Person umzugehen ist“, räumt der Tiroler, dessen internationale Karriere mit der TV-Serie „Kommissar Rex“ begann, ein. Ursprünglich sei Moretti selbst als Jurymitglied vorgesehen gewesen. Zum Glück habe er es nun geschafft, ein Jurorenteam zusammenzustellen.
Als Mitglieder der Jury nannte Moretti die ehemalige Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann, die Theaterkritikerin der Süddeutschen Zeitung, Christine Dössel, den Tiroler Schauspieler und Regisseur Martin Leutgeb, sowie den Journalisten Joachim Leitner von der Tiroler Tageszeitung.
Moretti auch 2026 viel beschäftigt: Kino- und Fernsehfilm
Preis-Namensgeber Moretti bleibt indes auch im Jahr 2026 viel beschäftigt: Zunächst werde er bei einem britisch-ungarischen Kinofilm mitwirken, der „Snowdancer“ heißt, berichtete der Schauspielstar am Rande der Präsentation gegenüber der APA. „Der Kinofilm wird in Bulgarien gedreht und behandelt die Geschichte vom deutschen Box-Champion Johann ‚Ruky‘ Trollmann“, erklärte er. Der auf wahren Begebenheiten basierende Film beleuchte die unzertrennliche Bindung zwischen dem Sinto-Boxer und seiner Tochter Rita. Auch Felix Mitterer habe schon einmal ein Stück über Trollmann geschrieben, erinnerte Moretti.
Während er dazwischen noch Vorstellungen im Burgtheater habe, wirke er anschließend auch bei einem weiteren Film mit, berichtete der Tiroler. „Das wird ein Fernsehfilm über Künstliche Intelligenz – unter anderem spielt auch Barbara Sukowa mit“, erklärte Moretti. Zudem sollen heuer bereits zwei gedrehte TV-Mehrteiler mit ihm in Hauptrollen ausgestrahlt werden: Die ORF-ARD-Produktion „Gnadenlos“ sowie die ZDF-Miniserie mit dem Titel „München Beats“.
apa






