von mag 28.12.2025 09:37 Uhr

Panettone & Pandoro – Italiens Weihnachtsduell auf Tiroler Tellern

In der Weihnachtszeit gehört er in Italien so selbstverständlich dazu wie der Christbaum: der Panettone. Kaum ein anderes Gebäck steht derart sinnbildlich für das Fest wie dieses hohe, kuppelförmige süße Brot. Doch nicht nur bei uns in Tirol hat der Panettone einen ernstzunehmenden Rivalen – den Pandoro. Ein Blick auf Herkunft, Zutaten und Unterschiede zweier Weihnachtsklassiker.

Symbolbild von Décio Guanabarino Silveira auf Pixabay

Ein Brot mit Geschichte

Seinen Ursprung hat der Panettone in Mailand. Bereits im späten Mittelalter, etwa im 15. Jahrhundert, wurde dort zu besonderen Anlässen ein reichhaltigeres Brot gebacken als im restlichen Jahr. Aus dem einfachen „panetto“, dem kleinen Brot, entwickelte sich im Laufe der Zeit der „Panettone“ – das große, festliche Brot.

Die Form und Rezeptur, wie wir sie heute kennen, wurden vor allem im 19. Jahrhundert geprägt. Mit der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts trat der Panettone schließlich seinen Siegeszug durch ganz Italien an und wurde zum festen Bestandteil der Weihnachtszeit.

Was steckt im Panettone?

Charakteristisch ist seine luftige, fast wattige Konsistenz, die durch einen aufwendigen Gärprozess entsteht. Der Teig ruht oft mehrere Tage und wird mehrfach aufgefrischt. Zu den klassischen Zutaten zählen Weizenmehl, Butter, Eier, Zucker, natürlicher Sauerteig oder Hefe sowie Rosinen und kandierte Orangen- und Zitronenschalen.

Gerade diese kandierten Früchte machen den Panettone unverwechselbar – und nicht bei allen beliebt.

Der Gegenspieler aus Verona: Pandoro

Deutlich jünger, aber nicht minder populär ist der Pandoro. Er stammt aus Verona und wurde Ende des 19. Jahrhunderts in seiner heutigen Form patentiert. Sein Name bedeutet wörtlich „goldenes Brot“ – ein Hinweis auf die hellgelbe Farbe des Teigs, die durch den hohen Anteil an Butter und Eigelb entsteht.

Im Gegensatz zum Panettone verzichtet der Pandoro vollständig auf Früchte. Sein Geschmack ist pur, buttrig und leicht vanillig. Gebacken wird er traditionell in einer sternförmigen Form, meist mit acht Zacken, und kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäubt – wie von frischem Schnee bedeckt.

Zwei Klassiker, zwei Charaktere

Der Unterschied zwischen Panettone und Pandoro ist weniger eine Frage der Qualität als des Geschmacks. Der Panettone ist aromatisch, fruchtig und komplex, geprägt von Tradition und Kontrasten. Der Pandoro hingegen überzeugt durch Schlichtheit, Zartheit und eine beinahe cremige Weichheit.

Gerade in Tirol ist er vielerorts beliebter als sein Mailänder Verwandter. Sein milder Geschmack trifft den Nerv jener, die kandierte Früchte skeptisch sehen. Besonders Familien schätzen die einfache Süße und die flaumige Konsistenz. Auch optisch passt der Pandoro perfekt in die Winterzeit: goldenes Brot, weiß bestäubt, wie eine kleine Schneelandschaft auf dem Teller.

Ein süßer Streit zur Weihnachtszeit

Panettone und Pandoro sind mehr als nur Weihnachtsgebäck – sie stehen für regionale Identität und jahrhundertealte Backtradition. Der Panettone erzählt von Mailand und langen Gärzeiten, der Pandoro von Eleganz und goldener Leichtigkeit.

Und während in Italien jedes Jahr neu diskutiert wird, scheint man sich in Tirol vielerorts einig zu sein: Pandoro darf an Weihnachten nicht fehlen.

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