Sonne, Schnee, Sturz: So gefährlich sind Südtirols Skipisten wirklich

Viele Unfälle passieren sehr früh
Entgegen der verbreiteten Annahme sind es nicht vor allem Anfänger, die sich schwer verletzen. Laut Studie trifft es ältere und erfahrene Skifahrer häufiger und oft gravierender als jüngere. Bei ihnen kommt es überdurchschnittlich oft zu Knochenbrüchen, die operative Eingriffe notwendig machen. Jüngere und weniger Geübte ziehen sich dagegen eher Bänderverletzungen zu. Am häufigsten betroffen sind die Beine, insbesondere das Knie: Rund ein Drittel aller Verletzungen entfällt auf diesen Bereich.
Die Analyse zeigt zudem, dass die meisten Unfälle hausgemacht sind. Fast 70 Prozent passieren durch eigene Fahrfehler. Zusammenstöße machen 13 Prozent aus, Unfälle durch Sprünge oder Übermüdung etwa sechs Prozent.
Auffällig: Die Mehrheit der Stürze ereignet sich nicht auf schwarzen, sondern auf roten Pisten. Auch der Zeitpunkt überrascht – viele Unfälle passieren bereits in den ersten zwei Stunden des Skitages. Das Wetter spielt hingegen kaum eine Rolle: Die meisten Verletzungen geschehen bei Sonnenschein.
„Wer seine Grenzen kennt, schützt sich am besten“
Gesundheitslandesrat Hubert Messner sieht darin eine klare Botschaft: „Die Studie zeigt, dass die meisten Unfälle nichts mit der Piste oder dem Wetter zu tun haben.“ Entscheidend seien Selbsteinschätzung und Vorbereitung. „Wer seine Grenzen kennt, regelmäßig Pausen macht und sich körperlich vorbereitet, schützt sich selbst am besten“, so Messner.
Diese Einschätzung teilt auch Christian Schaller, Primar und Leiter der Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Brixen. „Wir sehen oft vermeidbare Verletzungen, die mit entsprechender Vorbereitung nicht passiert wären“, sagt er. Die Krankenhäuser seien auf die Wintersaison eingestellt: Personal, Abläufe und Operationszeiten werden gezielt an den erhöhten Bedarf angepasst. „Gerade in den Urlaubszeiten sorgen wir dafür, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind“, erklärt Schaller.
Warum Vorbereitung wichtig ist
Die Studie unterstreicht vor allem eines: Vorbereitung ist der beste Unfallschutz. Gute Kondition, Kraft und Gleichgewicht senken das Risiko deutlich.
Ebenso wichtig sind Aufwärmübungen vor der ersten Abfahrt und nach Pausen sowie regelmäßige Erholungsphasen. Wer das Tempo anpasst und auf die Signale des eigenen Körpers hört, kann die Skitage in den Weihnachtsferien sicher – und mit deutlich mehr Genuss – verbringen.






