von gk 02.12.2025 17:00 Uhr

Milliarden für minderjährige Flüchtlinge: Neue Zahlen zeigen wahres Ausmaß

Seit 2015 sind laut Medienberichten mindestens 12,2 Milliarden Euro für die Versorgung unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber geflossen. Interne Länderangaben, die erstmals im größeren Zusammenhang vorliegen, offenbaren gewaltige Kosten und erstaunlich ungenaue Statistiken.

Bild: APA

Neue Recherchen, über die mehrere Medien berichteten, geben erstmals einen Überblick über die tatsächlichen Ausgaben, die seit 2015 für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) in Deutschland angefallen sind. Demnach registrierten Behörden zwischen 2015 und 2024 knapp 190.000 minderjährige Flüchtlinge, wobei zahlreiche Bundesländer keine vollständigen Zahlen liefern konnten.

Obwohl Statistiken teilweise fehlen, bestätigen 14 Länder Ausgaben von mindestens 12,2 Milliarden Euro für Unterbringung, Betreuung, Verpflegung und medizinische Versorgung der Jugendlichen. Fachleute gehen von einer deutlich höheren Gesamtsumme aus. Besonders brisant: Große Länder wie Bayern oder Hamburg haben keine umfassenden Angaben zu den Kosten gemacht, obwohl sie zu den Hauptaufnahmeländern zählen. Hamburg erklärte laut Medienberichten, eine entsprechende statistische Erhebung existiere schlicht nicht.

Die Daten wurden auf Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer zusammengetragen und liegen in einem umfangreichen Dokument vor, das verschiedene Medien ausgewertet haben.

Warum junge Flüchtlinge so teuer sind und welche Muster auffallen

Die Betreuung unbegleiteter Minderjähriger gilt seit Jahren als kostspieligste Form der Jugendhilfe. Sie umfasst die Unterbringung in betreuten Wohngruppen oder Einrichtungen, Rundumversorgung inklusive Verpflegung, Kleidung und Freizeitangeboten, schulische und sprachliche Förderung, medizinische Betreuung sowie häufig eine gesetzliche Vormundschaft und intensive sozialpädagogische Begleitung.

In einigen Bundesländern lassen sich daraus konkrete Pro-Kopf-Kosten ableiten. Diese bewegen sich laut Auswertungen bei fast 100.000 Euro pro Jugendlichem in Niedersachsen und über 80.000 Euro pro Kopf in NRW und Thüringen. Damit liegen die Kosten für minderjährige Flüchtlinge um ein Vielfaches höher als jene für erwachsene Asylbewerber.

Ein Blick in die Länderstatistiken zeigt außerdem: Der überwiegende Teil der UMA ist männlich. Quoten aus verschiedenen Bundesländern sind für Berlin: 84 %, Nordrhein-Westfalen: 87 % und Rheinland-Pfalz: 91 %.

Die Herkunftsstaaten reichen von Afghanistan und Syrien über Somalia und Eritrea bis zu westafrikanischen Ländern. Seit 2022 ist außerdem der Anteil ukrainischer Minderjähriger spürbar gestiegen.

Ein auffälliges Detail: Häufige Geburtstage am 1. Jänner

Ein weiteres Muster, das seit Jahren für Diskussionen sorgt, ist das Alter. In acht Bundesländern gaben über 16.000 Jugendliche den 1. Januar oder 31. Dezember als Geburtstag an, in Sachsen waren es sogar über 30 Prozent der UMA. Behörden vermuten dahinter häufig ein fehlendes amtliches Geburtsdatum oder unsichere Altersangaben.

Medien berichten, dass Altersprüfungen nur in vergleichsweise geringer Zahl stattfinden. Am Beispiel Hamburg waren dies 85 Altersgutachten bei 654 Neuankömmlingen im Vorjahr.

Politische Kritik, rechtliche Vorgaben und ein wachsender Betreuungsapparat

Seit dem Beschluss der großen Koalition im Herbst 2015 sind die Bundesländer gesetzlich verpflichtet, unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. Die Verteilung übernimmt das Bundesverwaltungsamt anhand eines bundesweiten Schlüss

Die Versorgung der Jugendlichen hat in vielen Regionen zu einem rasanten Ausbau sozialer Infrastruktur geführt. Jugendämter, freie Träger und pädagogische Einrichtungen berichten von einem erheblichen Personalaufwand. In Thüringen etwa sind 104 Vollzeitäquivalente für UMA-Betreuung vonnöten, in Bremen 46.

Damit entstehen hunderte Arbeitsplätze, die unmittelbar von der Zuwanderung abhängen. Ein Faktor, der in der politischen Debatte regelmäßig angeführt wird.

AfD-Politiker Springer fordert angesichts der Milliardenkosten eine deutlich bessere Datengrundlage. Er wirft Bund und Ländern laut Medienberichten vor, zentrale Informationen nicht systematisch zu erfassen. Besonders die Häufung der Geburtsdaten am 1. Januar wertet er als mögliches Indiz für Missbrauch oder ungenaue Altersangaben. Mehrere Sozial- und Innenministerien der Länder widersprechen, verweisen aber auf die teils komplexen Abrechnungsverfahren. Diese würden oft erst Jahre später finalisiert, weshalb aktuelle Gesamtdaten kaum vollständig vorlägen.

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