Was denkt Südtirol über seine Bibliotheken?

36 Prozent der Bevölkerung gehen nie in eine Bibliothek, weitere 27 Prozent nur selten. 23 Prozent besuchen eine Bibliothek gelegentlich, zwölf Prozent mehrmals im Monat. Eine kleine Gruppe geht sogar mehrmals pro Woche, ihr Anteil lässt sich jedoch nicht genau schätzen, berichtet das ASTAT. Die Personen, die zumindest gelegentlich eine Bibliothek besuchen, wurden nach ihren Gründen und ihrer Zufriedenheit befragt. Diejenigen, die nie oder selten hingehen, sollten ihre Gründe für die Nichtnutzung angeben.
Gründe für den Bibliotheksbesuch
Der wichtigste Grund für den Besuch bleibt das Ausleihen von Büchern und Medien. Das geben 86 Prozent der gelegentlichen und häufigen Nutzer an. 25 Prozent schätzen die angenehme Atmosphäre, 23 Prozent nutzen Angebote für Kinder und Familien, und 22 Prozent nehmen an Veranstaltungen teil. Praktische Gründe spielen ebenfalls eine Rolle: 17 Prozent schätzen die Nähe zum Wohnort oder Arbeitsplatz, 15 Prozent recherchieren dort für Studium, Beruf oder persönliche Projekte.
Neun Prozent nennen den sozialen Austausch, sechs Prozent die ruhigen Arbeitsplätze und fünf Prozent kreative Angebote. Nur drei Prozent gehen hauptsächlich wegen des Zugangs zu Computern, Internet oder WLAN in eine Bibliothek.
Was Nutzer besonders schätzen
Am meisten geschätzt wird die Nähe zum Wohnort, genannt von 54 Prozent. Ebenfalls hoch bewertet werden die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals (50 Prozent) sowie die Vielfalt der Medienangebote (44 Prozent).
36 Prozent loben die Öffnungszeiten und die Zugänglichkeit. Es folgen Angebote für Familien und Kinder (25 Prozent) sowie Architektur und Atmosphäre (17 Prozent). Auch das Veranstaltungsangebot (16 Prozent) und ruhige Arbeits- und Lernplätze (14 Prozent) werden positiv hervorgehoben.
Weniger wichtig, aber dennoch vorhanden, sind digitale Dienste (sieben Prozent), Freizeitaktivitäten (sechs Prozent) und die technische Ausstattung (drei Prozent).
Zufriedenheit mit den vorhandenen Diensten
Die allgemeine Zufriedenheit ist sehr hoch: 53 Prozent sind sehr zufrieden, 43 Prozent ziemlich zufrieden. Nur drei Prozent äußern sich negativ über die Bibliotheksdienste.
Gründe für seltene oder fehlende Nutzung
64 Prozent der Befragten besuchen eine Bibliothek nie oder selten. Diese Gruppe nennt als wichtigsten Grund den fehlenden Bedarf (49 Prozent). Es folgen Zeitmangel oder andere Verpflichtungen (37 Prozent) sowie die Bevorzugung von Online-Angeboten (36 Prozent). Weitere Gründe sind die fehlende Übereinstimmung mit den eigenen Interessen (16 Prozent) und als unpassend empfundene Öffnungszeiten (neun Prozent).
Unzureichende Informationen über das Angebot (sieben Prozent), fehlende Spezialangebote (sechs Prozent), wenig ansprechende Räumlichkeiten (drei Prozent) und schlechte Erreichbarkeit (drei Prozent) werden nur von wenigen genannt.
Wünsche zur Verbesserung der Bibliotheken
Am häufigsten genannt werden längere und flexiblere Öffnungszeiten sowie ein erweitertes digitales Angebot wie E-Books, Streaming und Online-Datenbanken. Beides wünschen sich 29 Prozent der Befragten. 21 Prozent möchten mehr Veranstaltungen und Kurse, 19 Prozent ein größeres Medienangebot. Ebenfalls 19 Prozent wünschen sich bessere Informationen über die angebotenen Dienste.
18 Prozent nennen zielgruppenspezifische Angebote, etwa für Familien, Senioren oder Jugendliche. Neun Prozent wünschen sich Verbesserungen der Räume, sieben Prozent eine bessere Ausstattung. Nur sechs Prozent halten eine bessere Erreichbarkeit oder neue Standorte für wichtig.
Regelmäßige Nutzer nennen besonders häufig verlängerte Öffnungszeiten (38 Prozent). Bei Nicht-Nutzern überwiegt das Interesse an einem breiteren digitalen Angebot (dreiunddreißig Prozent).
Erwartungen an das neue Landesbibliothekszentrum
Das geplante Landesbibliothekszentrum in Bozen soll drei Bibliotheksinstitutionen an einem Standort bündeln. Die Frage dazu wurde allen Befragten gestellt. Ein Viertel wünscht sich ein Café. Jeweils 20 Prozent betonen die Wichtigkeit einer guten Zugänglichkeit für alle bzw. wünschen sich einen Ort für soziale Begegnungen und Gemeinschaft. 18 Prozent möchten Ruhezonen, 13 Prozent Ausleihmöglichkeiten für digitale Geräte oder Zugangskarten für erweiterte Öffnungszeiten. Zwölf Prozent wünschen sich Medien in anderen Sprachen als Italienisch und Deutsch.
Elf Prozent nennen Bereiche für Kinder und Familien, Spielecken, Werkstätten sowie Meeting- und Studienräume. Acht Prozent äußern Bedarf an Hilfsmitteln für motorische, sensorische oder kognitive Beeinträchtigungen. 39 Prozent haben keine bestimmten Erwartungen oder können nicht antworten.






