von mmh 19.11.2025 18:07 Uhr

Freier Eintritt im Palais Mamming: Meran würdigt Mary de Rachewiltz

Aus Anlass der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Mary de Rachewiltz öffnet das Palais Mamming Museum am Donnerstag, 20. November, seine Türen bei freiem Eintritt.

Mary de Rachewiltz - Foto di Mark Flagler_2023.

Von 10.30 bis 17.00 Uhr können Besucher neben der Dauerausstellung auch zwei aktuelle Sonderausstellungen besichtigen:
• „Mary’s Dream“, die das Leben und Wirken der Schriftstellerin porträtiert
• „ZeiTraum“ von Valeria Ferrari und Johannes Inderst, kuratiert von Ursula Schnitzer im Rahmen der Reihe Mamming Now.

Ein außergewöhnliches Leben zwischen Gais und der Welt

Mary de Rachewiltz – 1925 in Brixen geboren und als Kind in Gais bei einer Bauernfamilie aufgewachsen – führte früh ein Leben zwischen ländlicher Einfachheit und internationalem Kulturbetrieb. Neben dem Alltag mit Ziege, Hund und Freunden im Dorf lernte sie in Venedig, Rapallo, Rom und Florenz eine Vielzahl von Intellektuellen, Künstlern und Literaten kennen, die ihre Entwicklung prägten. Schon als Mädchen beherrschte sie mehrere Sprachen: ihren Pusterer Dialekt sowie Italienisch, Englisch und Französisch.

Die Brunnenburg als kultureller Treffpunkt

Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Boris de Rachewiltz, den sie 1943 in Rom kennenlernte, zog sie zunächst auf Schloss Neuhaus und schließlich – mit Unterstützung ihres Vaters Ezra Pound – auf die Brunnenburg bei Meran. Dort entstand ein einzigartiger Ort, der Landwirtschaft, Literatur und Forschung verband: Arbeitsräume für Marys Übersetzungen und Boris‘ Studien, aber auch ein offenes Haus für Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt.

Die Brunnenburg wurde zu einem Treffpunkt bedeutender Schriftstellerinnen, Dichter und Kunstschaffender – von Mary Barnard über Mario Luzi bis hin zu Franca Ghitti. Eine lange Liste von Gästen verewigte sich im Gästebuch der Familie, das die kulturelle Dynamik dieser Jahre eindrucksvoll dokumentiert.

Dichterin mit eigener Stimme

Neben ihrer Rolle als Bewahrerin des Werkes ihres Vaters entwickelte Mary de Rachewiltz auch eine eigenständige literarische Sprache. Wie Literaturwissenschaftler Massimo Bacigalupo betont, zeichnen sich ihre Werke durch eine gleichermaßen moderne wie persönliche poetische Stimme aus, geprägt von Bildung, Mehrsprachigkeit und intellektueller Neugier.

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