von mmh 14.11.2025 12:19 Uhr

Auszeichnung im Landhaus: Tirol ehrt engagierte Hobbygärtner

Vergangene Woche stand das Innsbrucker Landhaus ganz im Zeichen der Artenvielfalt: Dort wurden die diesjährigen Natur-im-Garten-Plaketten für Tirol verliehen. Seit 2016 würdigt die Initiative Menschen, die ihre privaten Grünflächen naturnah gestalten – und damit wichtigen Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere schaffen.

Im Bezirk Imst wurden heuer drei Gärten ausgezeichnet. © Tiroler Bildungsforum/Hörtnagl

Heuer wurden 90 neue Gärten ausgezeichnet. Insgesamt zählt Tirol nun 856 zertifizierte Naturgärten, verteilt über alle Bezirke. Das Interesse an naturnahem Gärtnern sei ungebrochen, betont Tirols Naturschutzlandesrat René Zumtobel:
„Ich freue mich sehr, dass wir auch heuer wieder so viele engagierte Hobbygärtnerinnen und -gärtner auszeichnen dürfen. Sie achten auf eine vielfältige und umweltfreundliche Gestaltung ihres Gartens und schaffen Räume, in denen sich Igel, Schmetterling, Wildbiene und Co wohlfühlen.“

Zumtobel verweist darauf, dass naturnahes Gärtnern für alle möglich sei – ganz egal, ob man einen großen Garten oder nur einen kleinen Balkon besitzt. Wichtig sei etwa der Verzicht auf künstliche Düngemittel und Torf, der Einsatz heimischer Pflanzen sowie das Schaffen von Rückzugsorten für kleine Säugetiere und Insekten.

Natur im Garten: Beratung, Bildung und großes Potenzial

Die Initiative Natur im Garten, angesiedelt beim Tiroler Bildungsforum, begleitet nicht nur Gartenbesitzer, sondern bietet auch ein breites Bildungsprogramm. 2025 wurden bereits 84 Veranstaltungen in ganz Tirol durchgeführt – von Gemüseanbau-Seminaren über Blumenwiesen-Workshops bis hin zu Beratungen auf der Tiroler Frühjahrsmesse.

Zumtobel verweist auf das enorme Potenzial, das in Tirols Grünflächen steckt: „Allein in Tirol gibt es über 11.000 Hektar Gärten und größere Parkanlagen – eine Fläche, die dem gesamten Stadtgebiet von Innsbruck entspricht.“ Diese Flächen könnten einen bedeutenden Beitrag zur Artenvielfalt leisten.

Zwei neue Natur-im-Garten-Gemeinden: Alpbach und Schönwies

Nicht nur Privatpersonen, auch Gemeinden können Teil des Netzwerks werden. Dabei geht es vor allem um das Anlegen von Blumenwiesen, die Pflege von Bäumen sowie den Verzicht auf Torf und künstliche Düngemittel auf öffentlichen Flächen.

Bereits 46 Gemeinden haben sich der Initiative angeschlossen. Neu zertifiziert wurden heuer Alpbach (Bezirk Kufstein) und Schönwies (Bezirk Landeck).

Durch dieses Engagement sind in den vergangenen Jahren über 27.000 Quadratmeter naturnahe Grünflächen entstanden. Diese bilden – gemeinsam mit privaten Naturgärten – ein immer dichter werdendes Netz an wertvollen Lebensräumen.

„Durch die vielen kleinen und großen naturnahen Flächen im öffentlichen Raum und in den Gärten entsteht ein großes Netz an Trittsteinbiotopen, in denen Vögel, Insekten und Kleinsäuger Lebensraum finden“, erklärt Matthias Karadar, Leiter von Natur im Garten.

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