Aufforderung zur Zweisprachigkeit wird in Bozen zur Farce

Schreiben blieben unbeantwortet
Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes (SHB), hatte bereits vor einigen Tagen das Legionskommando der Carabinieri sowie die beauftragte Baufirma Bronzini-Restauri aus dem Trentino schriftlich aufgefordert, die einsprachigen Tafeln durch zweisprachige zu ersetzen. Seine Schreiben blieben jedoch unbeantwortet.
Erst nachdem Lang den Bozner Vizebürgermeister Stephan Konder eingeschaltet hatte, schien Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. „Wir werden uns umgehend um die Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht kümmern“, erklärte Konder auf Anfrage.
Ein Affront
Doch die nachfolgenden Änderungen sorgten laut SHB für Kopfschütteln. Die ursprünglich italienischen Schilder wurden zwar mit deutschen Übersetzungen versehen, diese seien jedoch teils unverständlich und deutlich kleiner gedruckt. So ist auf einem Schild etwa zu lesen: „DURCHFAHRT NUR FÜR DEN ZUTRITT ZUM KOMMANDORT DER CARABINIERI-LEGION ERLAUBT“. Auf einem anderen Hinweis steht in winziger Schrift: „Fußgänger auf der linken Seite“.
Für Roland Lang ist das ein Affront: „Wenn sogar Ordnungskräfte die Zweisprachigkeitspflicht zuerst ignorieren und dann die deutsche Sprache klein und fehlerhaft anbringen, wird das Gesetz zur Farce“, so der SHB-Obmann. Er fordert die Schaffung einer unabhängigen Sprachstelle, die Verstöße systematisch überwacht und bei Missachtung empfindliche Strafen verhängt.
Laut dem Dekret des Präsidenten der Republik ist die deutsche Sprache in Südtirol seit 1989 der italienischen gleichgestellt. Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass die praktische Umsetzung dieser Gleichstellung nach wie vor Anlass zu Diskussionen gibt.






