von ih 18.10.2025 16:48 Uhr

Südtirols Handwerk zwischen Wachstum und Werten

Unter dem Motto „Wachsen um jeden Preis?“ stand der heurige Tag des Handwerks in Bozen ganz im Zeichen von Qualität, Verantwortung und Zukunft. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Handwerk diskutierten, wie Südtirols Betriebe den Balanceakt zwischen Wachstum, Nachhaltigkeit und Qualität meistern können.

Tania Marcadella (Marcadella Tania), Sara Perathoner (Da Toni KG), Thaddaeus Mader (Madeer GmbH), Jessica Schwienbacher (Schwienbacher Erdbewegungen GmbH) und Verena Pliger – Foto: © evvvolution

Appell an Werte und Verantwortung

lvh-Präsident Martin Haller eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Plädoyer für Selbstbewusstsein und Besonnenheit: „Das Handwerk steht für Beständigkeit, Qualität und Verlässlichkeit. Wir müssen nicht um jeden Preis wachsen.“

Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher und sein Stellvertreter Marco Galateo betonten in ihren Grußworten die zentrale Rolle des Handwerks als „tragende Säule“ der Südtiroler Wirtschaft.

Impulse aus drei Ländern

Vertreter aus Bayern, dem Bundesland Tirol und Südtirol tauschten sich über aktuelle Herausforderungen aus – von Wettbewerbsdruck über Fachkräftemangel bis zur gesellschaftlichen Wertschätzung des Handwerks.

Der Schweizer Ökonom Prof. Mathias Binswanger analysierte in seiner Keynote den „Wachstumszwang“ moderner Wirtschaftssysteme und sprach sich für neue Wege nachhaltigen Wirtschaftens aus – durch Spezialisierung, Qualität und Innovation statt reiner Expansion.

Erfahrungen aus der Praxis

Vier Unternehmer zeigten, wie unterschiedlich Wachstum aussehen kann: Von der bewussten Entscheidung, klein zu bleiben, über gezielte Mitarbeiterförderung bis hin zu strukturiertem Unternehmensausbau.

Einig waren sie sich darin, dass Stabilität, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein die Basis für langfristigen Erfolg bilden.

Blick nach vorn

lvh-Direktor Walter Pöhl fasste zusammen: „Die Zukunft des Handwerks liegt in der qualitativen Weiterentwicklung – im Entfalten jedes einzelnen Betriebes im Einklang mit seinen Werten.“ Der lvh wolle Betriebe weiterhin beim Bürokratieabbau, in der Weiterbildung und bei der Nutzung digitaler Chancen unterstützen.

Der Tag des Handwerks fand heuer bereits zum zehnten Mal statt und wurde gemeinsam mit der Gesellschaft für Handwerksmessen München (GHM) und der Handwerkskammer für München und Oberbayern organisiert. Rund 40 Gäste aus Bayern nahmen teil – ein deutliches Zeichen für die starke grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Handwerk.

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