von mmh 17.10.2025 17:31 Uhr

2.200 Anzeigen: Berüchtigte Teenie-Brüder sollen abgeschoben werden

Sie sind erst 14 und 16 Jahre alt, gelten aber als Österreichs schlimmste jugendliche Straftäter: Wie ein Bericht von Oe24 verrät soll das Brüderpaar mit serbischen Wurzeln laut Innenministerium abgeschoben werden. Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) hat bereits ein Aberkennungsverfahren ihres Aufenthaltstitels eingeleitet.

APA/dpa

„Systemsprenger“ mit 2.200 Anzeigen

Die beiden Jugendlichen sollen laut Ermittlern hinter einer beispiellosen Serie von Straftaten stehen – insgesamt über 2.200 Anzeigen. Der jüngere Bruder, gerade einmal 14, soll allein rund 1.500 Einbrüche begangen haben, die meisten davon vor seinem 14. Geburtstag – und damit zunächst strafrechtlich unbehelligt. Nach einem spektakulären Unfall mit einem gestohlenen Auto im März landete er schließlich in U-Haft. Ende Juli kam er unter Auflagen frei, die er jedoch kaum einhielt. Inzwischen wird er erneut als Verdächtiger in einem Einbruch in Wien-Wieden geführt.

Beide Brüder sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bezeichnete sie als „Systemsprenger“ – Jugendliche, die jedes Erziehungs- und Justizsystem überfordern.

Abschiebung nach Serbien möglich – Kritik an hartem Vorgehen

Das Innenministerium bestätigte, dass der Aufenthaltstitel der beiden Jugendlichen aberkannt werden könnte. Eine mögliche Verurteilung im laufenden Strafverfahren wäre die Voraussetzung für eine Abschiebung nach Serbien – ein in Österreich bislang einmaliger Schritt.

Die familiären Verhältnisse sind schwierig: Die Mutter lebt in Wien, hat aber nicht die Obsorge, der Vater wurde bereits abgeschoben. Die Großeltern in Serbien lehnten die Übernahme der beiden ab, nun prüft die Kinder- und Jugendhilfe, ob dort staatliche Einrichtungen einspringen können.

Kritik kommt unterdessen von Nikolaus Tsekas vom Verein Neustart. Er warnt vor einem rein repressiven Vorgehen: „Straffällige Jugendliche brauchen langfristige Betreuung. Eine Abschiebung löst das Problem nicht – sie verlagert es nur.“

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