2.200 Anzeigen: Berüchtigte Teenie-Brüder sollen abgeschoben werden

„Systemsprenger“ mit 2.200 Anzeigen
Die beiden Jugendlichen sollen laut Ermittlern hinter einer beispiellosen Serie von Straftaten stehen – insgesamt über 2.200 Anzeigen. Der jüngere Bruder, gerade einmal 14, soll allein rund 1.500 Einbrüche begangen haben, die meisten davon vor seinem 14. Geburtstag – und damit zunächst strafrechtlich unbehelligt. Nach einem spektakulären Unfall mit einem gestohlenen Auto im März landete er schließlich in U-Haft. Ende Juli kam er unter Auflagen frei, die er jedoch kaum einhielt. Inzwischen wird er erneut als Verdächtiger in einem Einbruch in Wien-Wieden geführt.
Beide Brüder sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bezeichnete sie als „Systemsprenger“ – Jugendliche, die jedes Erziehungs- und Justizsystem überfordern.
Abschiebung nach Serbien möglich – Kritik an hartem Vorgehen
Das Innenministerium bestätigte, dass der Aufenthaltstitel der beiden Jugendlichen aberkannt werden könnte. Eine mögliche Verurteilung im laufenden Strafverfahren wäre die Voraussetzung für eine Abschiebung nach Serbien – ein in Österreich bislang einmaliger Schritt.
Die familiären Verhältnisse sind schwierig: Die Mutter lebt in Wien, hat aber nicht die Obsorge, der Vater wurde bereits abgeschoben. Die Großeltern in Serbien lehnten die Übernahme der beiden ab, nun prüft die Kinder- und Jugendhilfe, ob dort staatliche Einrichtungen einspringen können.
Kritik kommt unterdessen von Nikolaus Tsekas vom Verein Neustart. Er warnt vor einem rein repressiven Vorgehen: „Straffällige Jugendliche brauchen langfristige Betreuung. Eine Abschiebung löst das Problem nicht – sie verlagert es nur.“






