von mmh 16.10.2025 12:27 Uhr

EU-Hymne statt Tiroler Hymne: Empörung bei Gedenkfeier in Wien

Eigentlich sollte die neue Gedenktafel am Südtiroler Platz in Wien ein Symbol der Verbundenheit zwischen Österreich und Südtirol sein. Doch die Einweihung sorgte weniger für besinnliche Töne, sondern entfachte alte politische Spannungen neu.

(Foto: STF)

Während Landeshauptmann Arno Kompatscher in seiner Rede von „Diversität“ und „Pluralität“ sprach, stieß genau diese Wortwahl bei den Landtagsabgeordneten Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) und Gudrun Kofler (FPÖ-Tirol) auf scharfe Kritik. Beide werfen Kompatscher vor, die „wahren Probleme Südtirols“ zu verschleiern und sich „in linke Wohlfühlrhetorik zu flüchten“.

Knoll: „Ein Schlag ins Gesicht der Südtiroler Freiheitskämpfer“

Sven Knoll zeigte sich empört über Kompatschers Rede:

„Anstatt klar auf die ungelösten Probleme Südtirols hinzuweisen, flüchtet sich Kompatscher in das bequeme Vokabular der politischen Linken. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die für die Rechte und die kulturelle Eigenständigkeit Südtirols gekämpft haben.“

Knoll und Kofler erinnerten in diesem Zusammenhang an eine ganze Reihe ungelöster Fragen: von der Nichtanerkennung österreichischer Studientitel über die Aushöhlung der Autonomie bis hin zu den noch immer im Exil lebenden Südtiroler Freiheitskämpfern. Auch die anhaltende Diskussion über faschistische Ortsnamen und Denkmäler bleibt ein Reizthema.

EU-Hymne statt Tiroler Hymne

Besonders verärgert zeigten sich die beiden Abgeordneten darüber, dass bei der Feier weder die österreichische noch die Tiroler Landeshymne gespielt wurde – stattdessen erklang ausschließlich die EU-Hymne.

„Schämt sich Kompatscher schon so sehr für seine Herkunft, dass er sich hinter der EU-Hymne verstecken muss?“, fragte Kofler provokant.

Symbolik mit Sprengkraft

Die Gedenktafel selbst soll an die gemeinsame Geschichte und an das schwere Schicksal der Südtiroler erinnern, die nach dem Ersten Weltkrieg vom Vaterland getrennt wurden. Doch statt eines Moments der Einigkeit wurde die Einweihung zum politischen Schauplatz.

Während Kompatscher die Gelegenheit nutzte, um Südtirol als „offene und vielfältige Region“ zu präsentieren, sehen Kritiker darin eine Abkehr von traditionellen Werten und der jahrzehntelangen Forderung nach mehr Selbstbestimmung.

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