von mmh 13.10.2025 11:48 Uhr

Von der Dorfmannschaft zur EM – Eva Schatzer im UT24-Interview

Mit gerade einmal 20 Jahren hat Eva Schatzer aus Vahrn bereits geschafft, wovon viele junge Fußballerinnen und Fußballer nur träumen: Sie steht im Kader von Juventus Turin und wurde vergangenen Sommer sogar  für die Nationalmannschaft zur Europameisterschaft einberufen. Die Südtirolerin, die ihre Karriere als einziges Mädchen in der Dorfmannschaft begann, hat sich mit Talent, Ehrgeiz und Disziplin bis an die Spitze des Frauenfußballs gespielt. Im Gespräch mit UT24 blickt Schatzer auf ihre Anfänge in Südtirol zurück und spricht über die größten Momente ihrer bisherigen Karriere.

(Bild: Instagram/@evaschatzer)

Wie hat deine fußballerische Reise in Südtirol begonnen – und wann hast du gemerkt, dass Fußball für dich mehr als nur ein Hobby ist?

Ich habe zu Hause im Garten mit meinen zwei älteren Brüdern angefangen, Fußball zu spielen. Mit fünf Jahren habe ich dann beim Verein in Vahrn bei den Jungs begonnen und dort bis zur U10 gespielt. Danach bin ich zum Brixner Mädchenteam „Brixen OBI“ gewechselt.

Ich habe immer Fußball gespielt, weil es mir einfach Spaß gemacht hat. Heute ist es meine Arbeit geworden, aber es ist immer noch meine große Leidenschaft, und ich bin sehr froh darüber. Ich hätte mein ganzes Leben Fußball gespielt, auch wenn es immer nur ein Hobby geblieben wäre.

Früher hatte ich eigentlich nie das Ziel, Profi zu werden – ich wusste gar nicht, dass es für Mädchen überhaupt solche Möglichkeiten gibt. Jetzt ist alles so gekommen, wie es gekommen ist, und ich versuche einfach, mein Bestes zu geben.

Was war dein bisher größter Moment in deiner Profi Karriere?

Mein bisher größter Moment war mein Debüt in der Nationalmannschaft letzten Herbst. Ich habe zuvor die Nachwuchsstufen – von der U17 über die U19 bis zur U23 – durchlaufen und durfte dann einige Zeit bei der ersten Mannschaft mittrainieren. Gegen Malta kam ich schließlich zu meinem ersten Einsatz. Was mir auch noch besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Meisterschaft mit Juventus – mein erster großer Titel. Diese beiden Erlebnisse waren bisher die größten Momente meiner Karriere.

Der Frauenfußball wächst in den letzten Jahren rasant. Spürst du als junge Spielerin, dass sich etwas verändert?

Ja, der Frauenfußball ist in den letzten Jahren auf jeden Fall stark gewachsen, und das spürt man auch als Spielerin deutlich. Man sieht, dass mehr investiert wird, die Spiele häufiger im Fernsehen gezeigt werden und es mehr Berichte in den Zeitungen gibt. Als ich 2020 zu Juventus kam, war der Frauenfußball in Italien noch nicht professionell. Erst seit drei Jahren ist er offiziell professionell – das Niveau bei Juve war jedoch schon immer hoch, auch wenn es formal noch nicht lange professionell ist. Schon in den Jugendmannschaften wird man als Spielerin mit höchster Professionalität behandelt, ich hatte also ideale Voraussetzungen, um mich weiterzuentwickeln. Ich glaube, dass auch kleinere Vereine, die nicht über die finanziellen Mittel von Juventus verfügen, von dieser wachsenden Professionalität profitieren. Dennoch gibt es noch viel zu tun. Schaut man ins Ausland, ist der Frauenfußball vielerorts schon weiter – dort hat der Professionalisierungsprozess jedoch früher begonnen, weshalb es hierzulande nur eine Frage der Zeit ist, bis noch mehr Fortschritte erzielt werden.

Wenn du einem jungen Mädchen oder Jungen aus Südtirol, die/der Profi werden will, einen Rat geben müsstest – was würdest du sagen?

Das Wichtigste ist, das zu tun, was einem wirklich gefällt. Man muss immer an sich glauben, denn es werden immer Zeiten kommen, in denen es nicht einfach ist – sei es wegen Verletzungen oder anderen Herausforderungen – und man nicht sein Bestes auf dem Platz geben kann. Wichtig ist, immer dranzubleiben und den Spaß am Spiel nicht zu verlieren. Nicht jeder muss Profi werden, es gibt auch viele andere wichtige Dinge im Leben.

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