von Alexander Wurzer 23.09.2025 14:30 Uhr

Einsprachige Parktickets am Montiggler See: Bürgermeister Ebner zeigt Haltung

Am Parkplatz der Montiggler Seen spucken die Automaten Belege und Hinweise überwiegend nur auf Italienisch aus. Der Südtiroler Heimatbund (SHB) machte die Einsprachigkeit öffentlich zum Thema und schaltete die Gemeinde Eppan sowie die Antidiskriminierungsstelle ein. Damit stand die Frage im Raum, warum auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz nicht konsequent zweisprachig informiert wird.

Der Parkschein am Montiggler See (Foto: Südtiroler Heimatbund)

Gemeinde mahnt offiziell – mit Verweis auf die Rechtslage

Die Gemeinde Eppan reagierte nach Informationen von UT24 rasch. Am 15. September 2025 forderte sie den Betreiber Mobility Hub Parkservice Italia (MHP Italia) schriftlich auf, Tickets, Automatenoberflächen, Hinweise vor Ort sowie die digitalen Inhalte „unverzüglich“ an die Zweisprachigkeitsbestimmungen gemäß Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 574/1988 anzupassen.

Die Gemeinde erwartet eine zeitnahe Umsetzung und eine schriftliche Rückmeldung der gesetzten Maßnahmen.

Betreiber mauert, statt zu liefern

Vier Tage später kommt keine Lösung, sondern ein anwaltliches Abwehrschreiben, das UT24 vorliegt: MHP Italia bestreitet, als öffentlicher Dienstleister oder Konzessionär zu gelten, erklärt den Parkschein zur bloßen steuerlichen Quittung und leitet daraus ab, nicht an die Zweisprachigkeitsvorgaben gebunden zu sein. Konkrete Schritte? Fehlanzeige. Während Gemeinde und Heimatbund auf Verständlichkeit für alle pochen, versteckt sich der Betreiber hinter Formalien – und die Automaten drucken weiter einsprachig.

  • Bürgermeister Lorenz Ebner besteht mit Nachdruck auf die Verwendung der deutschen Sprache (Foto: Privat)

Ebner reagiert: erstaunt, enttäuscht – und entschlossen

Bürgermeister Lorenz Ebner zeigt sich auf Nachfrage von UT24 über den Ton des Unternehmens verärgert und macht klar, wohin die Reise gehen muss:
„Anstatt die Angelegenheit in Ordnung zu bringen, schickt der Betreiber nun ein Rechtsgutachten, aus dem hervorgehen soll, warum er sich nicht an die Zweisprachigkeit zu halten habe. Unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung sollte es – besonders für ein Bayrisches Unternehmen (Mutterkonzern ist die Peter Park System GmbH, Anm. d. Red.) – eine Selbstverständlichkeit sein, in Südtirol auch die Deutsche Sprache zu verwenden. Wir werden jedenfalls mit Nachdruck darauf bestehen“, so Ebner.

Zweisprachigkeit ist kein Wunschkonzert

Wer kommunalen Parkraum bewirtschaftet, erbringt eine Leistung für die Allgemeinheit. Dazu gehört, dass Informationen verständlich sind – in Südtirol heißt das Deutsch und Italienisch. Juristische Haarspaltereien ändern daran nichts: Bedienoberflächen, Tarife, Aushänge, QR-Seiten und Reklamationswege sind Teil der Nutzerkommunikation und haben zweisprachig zu sein.

Ebners Einsatz verdient Anerkennung

Der Heimatbund hat den Stein ins Rollen gebracht, die Gemeinde hat gehandelt – und Bürgermeister Lorenz Ebner hält Kurs. In Zeiten, in denen Verantwortung gern weitergereicht wird, ist eine klare, bürgernahe Linie keine Selbstverständlichkeit. Für seinen konsequenten Einsatz und seine Haltung gebührt Ebner ausdrücklich Anerkennung.

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