Mehrheit der Südtiroler sagt Nein zu Wolf und Bär

Etwa ein Viertel der Menschen in Südtirol sieht die Rückkehr der Wölfe positiv, bei den Bären ist es rund ein Fünftel. Zwei Drittel stehen den Wölfen kritisch gegenüber, bei den Bären sind es noch mehr. Wenn man die „weiß nicht“-Antworten weglässt, ergeben sich bei den Wölfen 28 Prozent Zustimmung und 72 Prozent Ablehnung. Bei den Bären sind es 23 Prozent Zustimmung und 77 Prozent Ablehnung.
Die Meinungen unterscheiden sich weder nach Alter noch nach Geschlecht. Deutlich wird jedoch der Unterschied zwischen Stadt und Land: In kleineren Gemeinden sind die Ansichten deutlich kritischer als in Bozen, bei den Wölfen um rund 30 Prozentpunkte, bei den Bären um 20 Prozentpunkte.
Wahrnehmung der Gefahr
Der Bär wird häufiger als gefährlich für Menschen eingestuft: 83 Prozent der Befragten teilen diese Ansicht. Beim Wolf sind es 69 Prozent. Am stärksten wird die Gefahr für Weidetiere wahrgenommen. Danach folgen Personen mit Hunden sowie Kinder. Insgesamt gilt der Bär als gefährlicher als der Wolf, außer wenn es um Weidetiere geht.
Zusammenleben und Auswirkungen
44 Prozent der Bevölkerung glauben, dass ein Zusammenleben mit den Tieren möglich sei. 52 Prozent sind überzeugt, dass sie das ökologische Gleichgewicht positiv beeinflussen können. Mehr als die Hälfte (61 Prozent) geht davon aus, dass die Zahl der Urlaubsgäste in Gebieten mit Wolf- und Bärenvorkommen deutlich zurückgehen wird. 71 Prozent meinen, dass viele Menschen ihre Freizeit nicht mehr wie gewohnt in der Natur verbringen werden.
Auch das eigene Verhalten spiegelt diese Wahrnehmung wider: 53 Prozent gaben an, ihr Freizeitverhalten in der Natur zumindest teilweise geändert zu haben. Auffällig ist dabei der Unterschied von fast 20 Prozentpunkten zwischen der Einschätzung des eigenen Verhaltens und jenem anderer.
Regulierung und Abschuss
Die Mehrheit spricht sich klar für eine Regulierung des Großraubtierbestandes aus. 61 Prozent wünschen sich eine Regulierung, während 35 Prozent eine komplette Ablehnung der Tiere vertreten.
78 Prozent der Befragten sehen das Reißen von Weidetieren als Anlass, Richtlinien für den legalen Abschuss problematischer Tiere zu schaffen. Ganze 87 Prozent sind dafür, dass Wölfe und Bären entnommen werden, wenn sie wiederholt in die Nähe von Häusern und Siedlungen kommen. 86 Prozent sind der Meinung, dass die Erhaltung von Almen mit Weidetieren Vorrang haben sollte.
Gleich klar äußern sich die Befragten zum ungehinderten Ausbreiten der Tiere: 91 Prozent sind dagegen, und 88 Prozent sprechen sich für eine Bestandsregulierung aus.
Informationsbedarf
Nahezu alle Befragten (91 Prozent) möchten über das aktuelle Vorkommen von Wölfen und Bären in Südtirol informiert werden.






