Historischer Durchschlag am Brennerbasistunnel

Bei der feierlichen Zeremonie waren hochrangige Vertreter aus Politik und Infrastruktur anwesend, darunter EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker sowie die Verkehrsminister Matteo Salvini und Peter Hanke. Auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und Nord- und Osttirols Landeshauptmann Anton Mattle nahmen teil.
„Das ist das Europa, das wir lieben“, erklärte Landeshauptmann Kompatscher. „Wir überwinden Grenzen, verbinden Völker und schaffen die Basis für nachhaltige Entwicklung.“ Er forderte Italien, Österreich und Deutschland auf, gemeinsam einen Staatsvertrag für den Brennerkorridor auszuhandeln, um Straßen- und Schienenverkehr besser zu koordinieren.
Alfreider hob die historische Dimension hervor: „Was vor hundert Jahren Gräben schlug, verbindet uns heute. Österreich und Italien bauen gemeinsam Tunnel unter den Alpen – ein Jahrhundertwerk, das Gemeinden vom Verkehr entlastet und Europa enger zusammenführt.“
Der Durchschlag wurde unterhalb des Brenners per Live-Schaltung verfolgt. Die Ehrengäste gaben gemeinsam den Startschuss für den letzten Sprengdurchbruch und verschoben symbolisch ein Kunstwerk, das den 64 Kilometer langen Tunnel darstellt.
Der Erkundungsstollen selbst ist 10,5 Kilometer lang und liegt in rund 1450 Metern Tiefe, zwölf Meter unter dem späteren Haupttunnel. Seit 2008 arbeiteten drei Tunnelbohrmaschinen – „Clio“, „Günther“ und „Serena“ – an dem Bau. Insgesamt wurden 42 Kilometer maschinell ausgebrochen, der Rest traditionell bergmännisch. Der Stollen diente nicht nur der geologischen Erkundung, sondern wird künftig auch für Entwässerung und Wartung genutzt.
Mit dem Durchschlag des Erkundungsstollens ist ein bedeutender Schritt für das Jahrhundertprojekt Brennerbasistunnel geschafft – ein Signal für europäische Zusammenarbeit und nachhaltige Mobilität.






