von mmh 17.09.2025 10:42 Uhr

Süd-Tiroler Freiheit zeigt sich empört über den „Don-Carli-Fall“

Vor rund zwei Wochen sorgte die geplante Versetzung von Priester Don Giorgio Carli ins Obere Pustertal für Aufsehen. Nun hat die Süd-Tiroler Freiheit in einer Pressemitteilung erneut scharfe Kritik geübt. Don Carli stand vor 25 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen vor Gericht und wurde später aus Verjährungsgründen freigesprochen.

Bischof Ivo Muser - Foto: Diözese Bozen-Brixen

Die Partei wirft Bischof Ivo Muser vor, die Interessen des Täters über den Schutz der Opfer zu stellen. Die Entscheidung, Don Carli trotz der Vorgeschichte in eine neue Seelsorgeeinheit zu versetzen, sei ohne Orientierung an Empfehlungen unabhängiger Gutachter getroffen worden. Dies erschüttere das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Kirche, so die Süd-Tiroler Freiheit.

Kritik richtet sich auch gegen den Bürgermeister von Innichen, Klaus Rainer, und die Präsidentin des Innichner Pfarrgemeinderates. Beide hätten die Entscheidung des Bischofs verteidigt und die öffentliche Empörung als „mediale Hetzkampagne“ abgetan, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert, dass Don Carli niemals wieder Zugang zu Minderjährigen oder Schutzbefohlenen erhält und dass Bischof Muser sich für sein Vorgehen verantwortet. Vertuschung, Schonung oder Rücksichtnahme auf Täter dürften nicht toleriert werden, betont die Partei. Zudem kritisiert sie, dass Straftaten gegen Kinder durch Verjährung ungesühnt bleiben können.

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