Wegbeschilderung in Südtirol: Heimatbund fordert wissenschaftliche Lösung

Noch niemand hat sich wegen Wegweiser verlaufen
Der Südtiroler Heimatbund (SHB) weist diese Kritik zurück und erinnert daran, dass die italienischen Ortsnamen großteils auf den Geografen Ettore Tolomei zurückgehen, der sie im Auftrag des Faschismus einführte.
Mit mehreren königlichen Dekreten seien die historisch gewachsenen deutschen Bezeichnungen damals offiziell gelöscht worden. „Derzeit ist nur mehr das Dekret Nr. 800 aus dem Jahr 1923 in Kraft. Damit haben weder die meisten deutschen noch die erfundenen italienischen Ortsnamen amtliche Gültigkeit“, erklärt SHB-Obmann Roland Lang.
Das oft bemühte Argument, italienische Wanderer könnten sich ohne zweisprachige Beschilderung verirren, sei längst widerlegt, so Lang. Bereits 2009 habe eine Landtagsanfrage von Sven Knoll ergeben, dass in den Jahren davor niemand wegen einsprachiger Wegweiser von Bergrettungsdiensten geborgen werden musste.
Das rät der SHB den Neofaschisten
Mit Blick auf die jüngsten Wortmeldungen rät Roland Lang insbesondere Gemeinderat Myftiu, sich intensiver mit der Geschichte der Ortsnamenfrage auseinanderzusetzen. In Myftius Herkunftsland Albanien seien nach dem Ende der italienischen Besatzung die ursprünglichen Namen ebenfalls wieder eingeführt worden.
Für den SHB steht fest: Eine Lösung könne nur auf wissenschaftlicher Basis gefunden werden. „Es braucht die Einbindung der Wissenschaft und die Ausblendung ideologischer Positionen“, betont Lang. Nur so lasse sich die Frage nach einer gerechten Regelung der Orts- und Flurnamen sowie der Wegbeschilderung klären.






