Heimat erleben: Auf den Spuren der Nalser Geschichte

Mit großem Sachverstand und erzählerischem Feingefühl führte Frieda Simeaner Prantl die Teilnehmer durch das Dorf – immer begleitet von spannenden Anekdoten, historischen Hintergründen und persönlichen Eindrücken.
Ein Dorf erzählt – von Funden, Sagen und steinernen Zeugen
Gestartet wurde am Kulturzentrum „Sonne“, dem ehemaligen Gasthof Sonne. Hauptmann Georg Wenter eröffnete den Abend mit einer kurzen Begrüßung und betonte die Motivation der Schützen: „Heimat liegt uns ganz besonders am Herzen – und die beginnt im Kleinen, im eigenen Dorf.“
Gleich zu Beginn machte Frieda Prantl deutlich, wie tief die Wurzeln von Nals reichen: Archäologische Funde aus der Nontl-Zone – ausgestellt in der Bibliothek – bezeugen eine Siedlungsgeschichte von über 3.000 Jahren, von der Bronzezeit bis zur Römerzeit.
Ein Blick in die Alltagsgeschichte folgte am traditionsreichen Hiaseggerhof der Familie Pollinger. Hausherr Max Pollinger erzählte von der langen Geschichte des Hofs bis ins 17. Jahrhundert. Für eine mystische Note sorgte Prantls Erzählung über den sagenumwobenen „Kotter-Keller“ – eine geheimnisvolle unterirdische Kammer.
Weiter ging es zur Pfarrkirche St. Ulrich, wo Frieda Prantl die liebevollen Restaurierungen der letzten Jahre hervorhob. In unmittelbarer Nähe beeindruckte die Schwanburg als älteste Privatweinkellerei Südtirols – ein stolzes Relikt adliger Baukunst. Auch das markante Wirtschaftsgebäude der Familie Varesco in der Hiager-Zone bot Anlass für zahlreiche Geschichten.
Von Grenzen, Brücken und dem Wasser des Lebens
Ein kaum bekanntes Kapitel europäischer Geschichte wartete an der Gemeindegrenze zu Tisens: Zwischen 1810 und 1814 verlief hier die Grenze zwischen dem Königreich Bayern und Italien. Auf dem Weg durch die Goldgasse bis zum Figl-Kreuz wurde dieser historische Abschnitt eindrucksvoll erlebbar gemacht.
Am Nepomuk-Bildstöckl erinnerte die Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk an die enge Verbindung zwischen dem Dorf und dem Element Wasser – ein Thema, das nach der Murenkatastrophe im Jahr 2000 aktueller denn je ist.
Ein architektonisches Highlight bot schließlich der Ansitz „Rosengartner“, ein Renaissancebau, der bereits im 16. Jahrhundert als Wirtstaverne „Rote Rose“ erwähnt wurde.
Symbolik, Stolz und ein gemütlicher Ausklang
Zum Abschluss spannte Frieda Prantl auf dem Rathausplatz den Bogen zur Symbolik des Nalser Wappens: Die Stiere stünden für Bodenständigkeit und Naturverbundenheit – aber auch für eine gewisse Sturheit. Die Schwäne hingegen symbolisierten Selbstbewusstsein und die elegant ausbalancierte Identität der Nalser.
Im Schützenheim klang der Abend in geselliger Runde aus. Hauptmann Georg Wenter dankte Frieda Simeaner Prantl herzlich für ihre lebendige und mitreißende Führung.
Der historische Rundgang zeigte eindrucksvoll: Heimat ist mehr als nur ein geografischer Ort – sie lebt durch Erinnerung, Begegnung und das gemeinsame Erleben ihrer Geschichten.






