von mmh 10.07.2025 13:23 Uhr

Jägerprüfung neu geregelt: Praxisnäher, klarer, moderner

Mit 8. Juli tritt in Südtirol eine überarbeitete Prüfungsordnung für angehende Jäger in Kraft. Das Ziel: ein einfacheres Verfahren, mehr Rechtssicherheit – und eine Prüfung, die näher an der jagdlichen Praxis liegt. Die Änderungen wurden gemeinsam mit allen relevanten Akteuren abgestimmt – vom Südtiroler Jagdverband bis zu den Schießständen.

Symbolbild von Ulf Ã…kesson auf Pixabay

„Wir haben in den letzten Wochen intensiv Gespräche geführt“, erklärt Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher, „jetzt steht eine Prüfungsordnung, die effizienter ist und gleichzeitig den hohen Ansprüchen an die Jagdausbildung gerecht wird.“ Walcher freut sich auch über das große Interesse an der Jagd in Südtirol: „Jägerinnen und Jäger leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege des Lebensraums und zur Regulierung des Wildbestandes.“ Besonders erfreulich sei, dass immer mehr Frauen zur Prüfung antreten.

Beeindruckende Zahlen, hohe Anforderungen

Im Vorjahr bestanden 336 Männer und 107 Frauen erfolgreich die Theorie- und Schießprüfung und wurden im Rahmen der traditionellen Jungjägerfeier gewürdigt. Die Prüfungen finden zweimal jährlich statt – im Frühjahr und Herbst – und verlangen umfassendes Wissen in Bereichen wie Wildbiologie, Pflanzenkunde, Jagdpraxis und Jagdrecht.

Etwa 200 bis 300 Personen treten jährlich zur Theorieprüfung an, mit einer Erfolgsquote von rund 80 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei der Schießprüfung. „Die Anforderungen sind hoch, aber gerechtfertigt“, so Günther Unterthiner, Direktor der Landesforstverwaltung.

Das ist neu ab sofort

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

  • Für die Anmeldung zur Praxisprüfung ist nun ein Nachweis über die Handhabung von Kurz- und Langwaffen erforderlich – erworben durch Kurs und Prüfung an einem zugelassenen Schießstand.
  • Ein ärztliches Attest für die Theorieprüfung ist künftig nicht mehr nötig.
  • Wer sich von einer Prüfung abmelden will, muss dies bis spätestens 12 Uhr am Werktag vor der Prüfung tun – sonst droht eine Sperre für die nächste Session.
  • Bildserien zur Ansprache von Wildarten werden fester Bestandteil der schriftlichen Prüfung.
  • Neu bei den Multiple-Choice-Fragen: Es kann auch vorkommen, dass keine Antwort korrekt ist – die Fragen werden vorab auf der Website des Landesamtes für Wildtiermanagement veröffentlicht.
  • Das verpflichtende Revierpraktikum darf nur noch von hauptberuflichen Jagdaufsehern betreut werden, die auch die Praktikumsberichte bewerten. Die Kommission führt stichprobenartige Kontrollen durch.

„Mit diesen Änderungen stärken wir die Qualität der Prüfung und sorgen für mehr Fairness und Transparenz“, betont Dominik Trenkwalder vom Landesamt für Wildtiermanagement.

Ausblick: Nächste Prüfung im Herbst

Die nächste Theorieprüfung findet im September statt, Anmeldungen laufen bereits. Wer die Herausforderung annehmen will, sollte frühzeitig mit der Vorbereitung beginnen – das neue Reglement macht deutlich: Die Jägerprüfung in Südtirol bleibt fordernd, wird aber gleichzeitig praxisnäher und transparenter. Ein Gewinn für Mensch, Wild und Natur.

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