von mmh 07.07.2025 08:58 Uhr

Kritik an Olympia-Werbung: Millionen für Speck, Apfel & Co.

Für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina plant das Land Südtirol einen umfangreichen Werbeauftritt. Im Biathlon-Ort Antholz, einem der Austragungsorte, sollen Südtiroler Produkte wie Apfel, Wein, Speck, Milch und Schüttelbrot präsentiert werden. Finanziert wird die Marketingkampagne zum Großteil mit öffentlichen Mitteln. Insgesamt stehen mehrere Millionen Euro im Raum.

Foto: UT24/hz

Im Nachtragshaushalt hat Landeshauptmann Arno Kompatscher kürzlich weitere 5 Millionen Euro für den Olympia-Auftritt angekündigt. Ziel sei es, Südtirol auf internationaler Bühne als Herkunftsregion hochwertiger Produkte zu positionieren. Die Ausgestaltung der Kampagne steht jedoch noch aus.

Konzept noch in Ausarbeitung

Wie aus einer offiziellen Antwort an Landtagsabgeordneten Alex Ploner (Team K) hervorgeht, sind die finalen Sponsoringverträge mit der Stiftung Milano-Cortina bislang noch nicht unterzeichnet. Auch konkrete Konzepte zur Umsetzung liegen derzeit noch nicht vor.

Ploner äußert sich kritisch zur Planung: „Es ist problematisch, Steuergelder in dieser Größenordnung einzuplanen, ohne ein fertiges Konzept oder unterschriebene Verträge vorweisen zu können.“

  • Landtagsabgeordneten Alex Ploner(Foto: Team K)

Deutliche Budgetsteigerung beim Speck

Besonders ins Auge fällt das gestiegene Werbebudget für Südtiroler Speck: Von 266.000 Euro im Jahr 2023 auf rund 1,016 Millionen Euro im Jahr 2024 – eine Erhöhung um über 280 Prozent. Laut Landtagsabgeordnetem Paul Köllensperger (Team K) sei diese Entwicklung schwer nachvollziehbar, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Speckbranche selbst jährlich einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro erwirtschaftet.

Köllensperger betont, dass auch andere Wirtschaftszweige – etwa das Handwerk oder Dienstleistungsbetriebe – gezielte Unterstützung benötigen würden.

Forderung nach mehr Transparenz

Aus Sicht des Team K fehlt derzeit eine klare Kosten-Nutzen-Rechnung zur geplanten Olympia-Werbung. Auch Wirkungsanalysen oder Evaluierungen liegen bislang nicht vor. Die genaue Höhe der Sponsoringkosten bleibt laut Landesregierung aus vertraglichen Gründen vertraulich.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Beteiligung der Produktkonsortien: Diese übernehmen laut aktuellen Informationen nur einen Bruchteil der Gesamtkosten, der Großteil stammt aus öffentlichen Geldern.

 

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