von ih 07.03.2025 12:20 Uhr

Grüne fordern bessere Versorgung bei Brustkrebs in Südtirol

Die Südtiroler Grünen wollen sich im März intensiv mit der Frauengesundheit auseinander setzen. Besonders Brustkrebs und Endometriose, zwei weit verbreitete Erkrankungen, stehen im Mittelpunkt ihrer aktuellen Initiativen.

APA/THEMENBILD

In der kommenden Landtagssitzung bringen die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer zwei Beschlussanträge ein, die eine verbesserte Versorgung und mehr Bewusstsein für diese Krankheiten fordern.

Frühzeitig erkennen: Ausweitung des Brustkrebs-Screenings

Jährlich erkranken in Südtirol rund 400 Frauen an Brustkrebs, etwa 80 sterben daran. Die Heilungschancen sind mit einer Überlebensrate von 87 Prozent hoch, doch eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend.

Derzeit steht das kostenlose Mammografie- und Ultraschall-Screening in Südtirol Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur Verfügung. Die Grünen fordern eine Ausweitung auf die Altersgruppe von 45 bis 74 Jahren.

„In anderen Regionen Italiens und Europas gibt es bereits breitere Altersgrenzen für die Vorsorge. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine solche Maßnahme mehr Leben retten kann“, betont Madeleine Rohrer.

Endometriose: Mehr Aufmerksamkeit und bessere Behandlung

Endometriose ist eine gynäkologische Erkrankung, die in Italien 10 bis 15 Prozent der Frauen betrifft. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch liegt die Rate sogar bei 30 bis 50 Prozent. Trotz ihrer weiten Verbreitung wird die Krankheit oft erst nach Jahren diagnostiziert, da starke Menstruationsschmerzen häufig unterschätzt oder als normal abgetan werden.

„Die Diagnose dauert oft viel zu lange, weil betroffene Frauen nicht ernst genommen werden. Wir brauchen ein besseres Bewusstsein für diese Erkrankung und müssen dafür sorgen, dass Betroffene schneller Hilfe erhalten“, erklärt Brigitte Foppa.

Die Grünen fordern deshalb einen „Landesaktionsplan zur Endometriose“. Gezielte Schulungen für medizinisches Personal, Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Betrieben sowie eine Enttabuisierung der Krankheit sollen helfen, die Versorgung zu verbessern. Zudem soll Frauen mit schweren Menstruationsbeschwerden eine bezahlte Arbeitsfreistellung von bis zu drei Tagen pro Monat ermöglicht werden. Auch die kostenlose Vergabe hormoneller Medikamente für Endometriose-Patientinnen ist Teil des Antrags.

Frauengesundheit als Priorität

Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler betonen: „Die Gesundheit von Frauen muss stärker in den Fokus der landesweiten Gesundheitspolitik rücken. Mit diesen Anträgen lenken wir die Aufmerksamkeit auf zwei zentrale Themen und fordern konkrete Maßnahmen, um die Lebensqualität Tausender Menschen zu verbessern.“

Ob und in welchem Umfang die Vorschläge umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Klar sei jedoch, dass das Thema Frauengesundheit immer mehr an Bedeutung gewinne.

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