Eine Erfolgsgeschichte mit großer Wirkung

Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Doch der Erwerb der deutschen Bildungssprache ist für viele Kinder eine Herausforderung. „Die Lernhilfe Tirol setzt genau hier an“, berichtet Bettina Ellinger, Landesleiterin des Jugendrotkreuzes Tirol. „Mit der Lernhilfe unterstützen wir Schüler beim Erwerb der Fach- und Bildungssprache, damit sie dem Unterricht folgen und ihre schulischen Ziele erreichen können“, so Ellinger. Spielerische Elemente, gezielte Sprachfördermaßnahmen und eine individuelle Betreuung in kleinen Gruppen machen den Erfolg des Programms aus. So können Kinder schneller Sprachdefizite ausgleichen, sich schneller in den Regelunterricht und in die Klasse integrieren und ihre Stärken entfalten. Ellinger blickt auf eine beachtliche Bilanz zurück: „Rund 1.000 Lernhelfer haben in den vergangenen 20 Jahren rund 100.000 Lernhilfe-Stunden geleistet. Pro Jahr profitieren zwischen 600 und 700 Kinder vom Angebot“.
Bildung als Gemeinschaftsaufgabe, die finanzielle Unterstützung brauchtÂ
Neben der schulischen Förderung spielt auch die Zusammenarbeit mit den Eltern in der Lernhilfe eine große Rolle. Durch regelmäßigen Austausch und Veranstaltungen wie Abschlussfeste wird das Vertrauen in die Sprachkompetenz gestärkt und die Motivation der Familien zum Spracherwerb erhöht. Kinder erleben ihre Mehrsprachigkeit nicht als Hindernis, sondern als wertvolle Kompetenz.
Diese Vorteile sieht auch das Land Tirol, das für die Lernhilfe finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Philip Wohlgemuth, erster Landeshauptmann-Stellvertreter, ist sich der Bedeutung der Lernhilfe bewusst: „Sprache und Bildung sind zentrale Bausteine für ein harmonisches und friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Besonders im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration ist der gesicherte Spracherwerb von großer Bedeutung. Das Angebot des Jugendrotkreuzes, das von zahlreichen engagierten Pädagogen umgesetzt wird, stellt einen wichtigen Eckpfeiler der Tiroler Bildungslandschaft dar. Wir werden diese wertvolle Initiative auch weiterhin tatkräftig unterstützen“, so Wohlgemuth.
Wissenschaftlich belegte Wirkung
„Die Kinder besuchen die Lernhilfe gerne, und das ist eine gute Voraussetzung für das Lernen“, erzählt Karoline Tschiderer, Schulleiterin an der Volksschule Imst Unterstadt, die mit ihrer Schule von Beginn an am Lernhilfe-Programm teilnimmt. „Auch für die Lernhelfer ist die Lernhilfe ein Gewinn“, weiß die Pädagogin, denn durch die Lernhilfe gewinnen sie Unterrichtspraxis und Erfahrungen“. Was Tschiderer und ihr Team in der Praxis erleben, wird von der Pädagogischen Hochschule Tirol wissenschaftlich bestätigt. Sabrina Gerth und Verena Gucanin-Nairz von der Pädagogischen Hochschule begleiten das Lernhilfe-Programm in einem Forschungsprojekt und evaluieren regelmäßig, um die Wirksamkeit zu belegen. „Die Ergebnisse unserer Evaluationen unterstreichen die positiven Auswirkungen des Programms, insbesondere auf die Sprachkompetenz der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen“, erklärt Sabrina Gerth, Projektleiterin an der Pädagogischen Hochschule Tirol.  „Auch die teilnehmenden Schüler berichteten in Interviews, dass sie sich durch die Lernhilfe sicherer im Schulalltag fühlen, weil sie ihre Deutschkenntnisse stark verbessern können. Den Lehrpersonen wiederum fiel die erhöhte Motivation der teilnehmenden Schüler im Unterricht besonders auf. Die wertvolle Arbeit der Lernbegleiter des Jugendrotkreuzes Tirol zeichnet sich also durch ein „Rund um Paket“ aus, das Integration fördert“, so Gerth.






