von lif 19.02.2025 17:48 Uhr

Zwei Jahre unbedingte Haft für rasenden Motorradfahrer

Ein 30-jähriger Mann, der am 10. Jänner mit seinem Motorrad in Wien-Wieden einen Polizeibeamten niedergefahren und verletzt hatte, ist am Mittwoch am Landesgericht rechtskräftig zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. 

Symbolfoto: © Stihl024 / pixelio.de

Der Beamte hat sich ihm in den Weg gestellt, um den Motorradfahrer aus dem Verkehr zu ziehen, der zuvor infolge einer unkontrollierten Fahrweise einer Polizeistreife aufgefallen ist. Indem er am Gehsteig weiterfuhr, hatte der 30-Jährige vor der Polizei versucht zu flüchten. Grund: Er besitzt keinen Führerschein. Außerdem war er mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs, die er von einem geparkten Auto abmontiert hatte.

„Er hat voll Gas gegeben und mich komplett frontal erwischt“

Die Verfolgungsjagd erstreckte sich über etliche Straßenzüge zwischen dem Hauptbahnhof und dem Matzleinsdorfer Platz. Während der Lenker der 125-Kubik-Maschine einem Streifenwagen zu entwischen trachtete, stellte sich ihm plötzlich ein Polizist in den Weg. „Mein Plan war, ihn vom Roller zu ziehen. Er hat mich gesehen. Er hat voll Gas gegeben und mich komplett frontal erwischt“, schilderte der 27-jährige Beamte dem Richter.

Nach dem Zusammenprall krachte das Motorrad in die Auslagenscheibe eines Geschäfts, der Lenker blieb weitgehend unverletzt und konnte festgenommen werden. „Für mich ist es glimpflich ausgegangen“, erklärte der Polizist, der diesen Umstand auf seine Schutzweste zurückführte.

Bei erster Verfolgungsjagd im Sommer war 30-Jähriger entwischt

Im Zuge der weiteren Erhebungen stellte sich dann heraus, dass der Motorradfahrer sich bereits im vergangenen Juli mit seinem Gefährt eine Verfolgungsjagd mit anderen Exekutivkräften geliefert hatte, die ihn ebenfalls einer Verkehrskontrolle unterziehen hatten wollen. Diese Raserei erstreckte sich durch halb Wien, wobei der 30-Jährige Kreuzungen bei Rotlicht passierte, teilweise den Gehsteig benutzte und Fußgänger, die vorschriftsmäßig einen Schutzweg überquerten, in Gefahr brachte, indem er nicht anhielt. Als sich ihm in der Schönbrunner Straße ein Polizeifahrzeug quer mit geöffneten Türen in den Weg stellte, lenkte er seine Maschine absichtlich gegen eine Türe, um seine Fahrt fortsetzen zu können.

Aufgrund dieser ersten Raserei, bei der dem 30-Jährigen die Flucht geglückt war, wurde am 11. Jänner über ihn wegen Tatbegehungsgefahr die U-Haft verhängt. Der aus Tschetschenien stammende Angeklagte bekannte sich nun zur Gefährdung der körperlichen Sicherheit in zwei Fällen, zum zweifachen Widerstand gegen die Staatsgewalt und zur schweren Körperverletzung schuldig. Er verwies in seiner Einvernahme auf „chronische Depressionen“, die er auf seine Kindheit und Jugend in Grosny zurückführte: „Ich wurde unter russischen Bomben geboren. Ich bin ein schwer traumatisierter Junge. Ich hab‘ meine Traumata nie aufgearbeitet.“

APA/UT24 

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