von ih 11.02.2025 18:40 Uhr

Lahmer Amtsschimmel bremst Urologie in Brixen aus

Patienten, die im Krankenhaus Brixen auf eine urologische Behandlung angewiesen sind, müssen sich weiter in Geduld üben. Der Grund: Eine fehlende Unterschrift verzögert die Vergabe der Primararztstelle.

Krankenhaus Brixen, Archivbild

Landtagsabgeordneter Franz Ploner (Team K) zeigt sich irritiert über die schleppenden Prozesse. Im Landtag konnte er kaum glauben, was Gesundheitslandesrat Hubert Messner ihm auf seine Anfrage zur Besetzung der vakanten Stelle mitteilte: Vor zwei Monaten hatten sich zwei Kandidaten dem Auswahlverfahren gestellt, doch die Entscheidung lässt auf sich warten. Laut Messner könne der Fünfjahresauftrag erst erteilt werden, wenn die Kommissionsmitglieder die Niederschrift der Kolloquien unterzeichnet und die Rangordnung genehmigt hätten. „Für Patientinnen und Patienten heißt es wohl nur abwarten und Tee trinken“, kritisiert Ploner.

Die Stelle des Primars an der komplexen Struktur Urologie im Krankenhaus Brixen musste aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichtshofs neu ausgeschrieben werden und ist seit November 2024 unbesetzt. Die Abteilung betreut rund 180.000 Einwohner in den Gesundheitsbezirken Brixen und Bruneck, einschließlich der Krankenhäuser in Brixen, Sterzing, Bruneck und Innichen. Ohne die Leitung eines Primars sei die Versorgung nur schwer zu gewährleisten, betont Ploner. So ist die urologische Ambulanz in Innichen derzeit nur einmal pro Woche geöffnet – für den Abgeordneten eine unzumutbare Situation.

Gesundheitslandesrat Messner hingegen sieht keine gravierenden Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Die Kündigung des früheren Primars Aigner sei zwar schwer zu kompensieren, doch die Betreuung in Brixen und Bruneck sei weiterhin sichergestellt. Dass es zwischenzeitlich eine weitere Kündigung innerhalb der Abteilung gab und die Kommission nach zwei Monaten noch keine Entscheidung getroffen hat, zeigt für viele jedoch einmal mehr die Trägheit des Sanitätsbetriebs auf.

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