Vergessene Soldatenschicksale aus Montan

Ihr Projekt „Soldatenschicksale“ widmet sich 60 Männern aus Montan, die auf den Schlachtfeldern Europas ihr Leben ließen. Die beiden Forscher durchkämmten Archive, rekonstruierten Einsatzorte und letzte Ruhestätten und brachten militärische wie auch persönliche Details ans Licht. Die akribische Spurensuche führte sie von den blutgetränkten Fronten Galiziens bis in die kargen Steppen Wolgograds.
Doch der Abend wird mehr bieten als nur historische Fakten. Durch Familienerzählungen und persönliche Berichte von Nachfahren der Gefallenen werden die tragischen Schicksale greifbar. Eine kleine Ausstellung ergänzt die Veranstaltung: Uniformteile, Briefe und Feldpostkarten aus privaten Beständen der Dorfbevölkerung geben einen intimen Einblick in das Leben der Soldaten.
Ein besonderer Höhepunkt sind die Tagebuchaufzeichnungen des Montaner Standschützen Jordan Amplatz, die von Graziella Rizzolli transkribiert wurden. Die Texte schildern aus erster Hand den Kriegsalltag und die Schrecken der Front. Ergänzend dazu wird Nina Gallmetzer Auszüge aus den Aufzeichnungen der Katakombenlehrerin Mathilde Amplatz vortragen, die eindrucksvoll das Leben in Montan während des Krieges beschreiben – von anfänglicher patriotischer Begeisterung über die Einquartierung tausender Soldaten bis hin zur wachsenden Not der letzten Kriegsjahre.
Die Veranstaltung wird von der Schützenkompanie Montan und dem Bildungsausschuss organisiert. Hauptmann Lukas Wegscheider wird eine einleitende Ansprache halten.
Dieser Abend ist nicht nur eine historische Aufarbeitung, sondern eine Einladung zum Gedenken und Nachdenken – über die Menschen, deren Leben in der Ferne endete, und über die Bedeutung ihrer Geschichten für unsere Gegenwart. Ein Pflichttermin für alle, die sich für Geschichte, Gemeinschaft und Erinnerungskultur interessieren.






