von ih 27.01.2025 15:22 Uhr

„Wer schweigt oder vertuscht, stimmt zu“

Die Gemeinde Natz-Schabs sieht sich mit einem Skandal konfrontiert: Generalvikar Josef Michaeler, Ehrenbürger der Gemeinde, steht im Mittelpunkt des Berichts über sexuellen Missbrauch innerhalb der Diözese Bozen-Brixen zwischen 1964 und 2023. Der Bericht belastet Michaeler schwer und wirft ihm wiederholtes Fehlverhalten und die Vertuschung von Missbrauchsfällen vor.

APA (dpa)

Neun Fälle gehen auf Ehrenbürger zurück

Laut dem Bericht, der vergangene Woche veröffentlicht wurde, trug Michaeler in neun Fällen Mitverantwortung für den Missbrauch Minderjähriger und schutzbedürftiger Erwachsener. Besonders schwer wiegen die Vorwürfe, dass er Priester trotz bekannter Übergriffe weiter in der Seelsorge und sogar im Schuldienst einsetzte. Dies habe weitere Übergriffe ermöglicht und weiteren Betroffenen Schaden zugefügt.

Der Bericht dokumentiert zudem, dass Michaeler nicht nur auf Vorwürfe unzureichend reagierte, sondern aktiv Maßnahmen ergriff, um die Fälle zu vertuschen. In einem dokumentierten Fall drohte er einem Studenten, dessen Zukunft zu zerstören, wenn dieser seine Nachforschungen nicht einstelle. Noch Jahre nach den Vorfällen habe Michaeler Gespräche verweigert und versucht, Betroffene und Angehörige einzuschüchtern.

Entscheidung in Gemeinderat gefordert

Die Bürgerliste von Natz-Schabs reagiert mit Empörung auf die Enthüllungen und forderte in einem Schreiben an den Bürgermeister die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Josef Michaeler.

„Sexueller Missbrauch und dessen Duldung sind Verbrechen an der Gesellschaft. Wer schweigt oder vertuscht, stimmt zu“, heißt es in dem Schreiben. Die Bürgerliste betont, dass eine solche Auszeichnung nicht mit den schwerwiegenden Vorwürfen vereinbar sei und fordert eine rasche Entscheidung im Gemeinderat.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite