„Manche Gegenden werden zu echten No-Go-Areas“ – UT24-Interview

Herr Nepp, in der Steiermark konnte die FPÖ unlängst einen Erdrutschsieg erringen. Was bedeutet dieser Wahlsieg für Ihre Partei und was ist Ihr persönliches Fazit?
Diese Wahl hat uns wieder deutlich gezeigt, dass die Menschen im ganzen Land endlich Veränderung wollen und nach einer Politik für das Volk verlangen.
Viele Experten meinen, dass die Wähler in der Steiermark vor allem deshalb FPÖ gewählt haben, um sich für die Ausgrenzung von Herbert Kickl auf Bundesebene zu rächen. Sehen Sie das auch so?
Man kann vermutlich davon ausgehen, dass dies mitgespielt hat, aber es war garantiert nicht das Haupt-Wahlmotiv, wie auch die Analysen zeigen. Mario Kunasek hat es geschafft, mit den freiheitlichen Themen zu punkten, die auch schon Herbert Kickl im Nationalratswahlkampf angesprochen hat. Teuerung, Sicherheit und Zuwanderung sind brennende Themen, die Auswirkungen auf jeden einzelnen haben. Vor allem die ÖVP, die einerseits den Kanzler und andererseits den Landeshauptmann gestellt haben, haben hier über Jahre keine Lösungen präsentiert und erarbeitet.
In Wien stehen sehr bald auch wieder Wahlen an. Besteht Ihrerseits jetzt die Hoffnung, auch in Wien einen Sieg zu erringen, wie zuletzt auf Bundesebene oder in der Steiermark?
Wir haben heuer gesehen, was alles möglich ist: Bei drei Wahlen drei Siege einzufahren ist ein starkes Zeichen. Auch die Wiener erkennen immer mehr, dass Bürgermeister Ludwig sie in den vergangenen Jahren im Stich gelassen hat. Durch Mieterhöhungen im sozialen Gemeindebau sowie Erhöhungen bei den Fernwärmepreisen war er selbst Inflationstreiber Nummer eins. Ihm haben es die Wiener zu verdanken, dass immer weniger zum Leben über bleibt.
Hinzu kommen noch die Probleme durch die zahlreichen Migranten, die durch die Auszahlung hoher Sozialleistungen verstärkt nach Wien kommen. Das wiederrum sorgt für einen deutlichen Anstieg bei der Kriminalität und führt sogar soweit, dass manche Gegenden etwa im 10. oder 20. Bezirk zu echten No-Go-Areas werden.
Ein krankendes Gesundheitssystem sowie die katastrophalen Zustände in den Wiener Schulen, wo die Mehrheit bereits eine andere Umgangssprache spricht als Deutsch, tun ihr Übriges dazu, damit die Menschen umdenken.
Glauben Sie, dass die Politik in Österreich nach diesem Wahlergebnis einfach so zur Tagesordnung übergehen kann? Oder könnte die von Karl Nehammer geplante Ampel-Regierung jetzt doch noch platzen?
Ich fürchte, dass – wenn gleich auch vollkommen diametral zum Wählerwillen – die Koalitionsverhandlungen in dieser Form weitergeführt werden. Was dann dabei herauskommen wird, wird jedoch bestimmt nicht zum Besten für das Land und seine Leute sein.
Vielen Dank für das Interview!
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