Deutschland würdigt Widerstand gegen Hitler

Kränze wurden niedergelegt
Steinmeier mahnte: „Schützen wir unsere Demokratie.“ Das sei das beste Gedenken an alle, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hätten.
Steinmeier, Scholz und die Spitzen von Bundesrat und Bundestag legten Kränze im Innenhof des Bendlerblocks am heutigen Sitz des Verteidigungsministeriums nieder. Dort waren der Wehrmachtsoffizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg und drei weitere Akteure des 20. Juli 1944 noch am selben Abend erschossen worden. Auch Vertreter der Kirche und von Auschwitz-Überlebenden würdigten heute laut Kathpress den Mut der Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Die Gruppe hatte vergeblich versucht, den Diktator Hitler mit einer Bombe zu töten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Insgesamt wurden etwa 200 Beteiligte hingerichtet oder in den Suizid getrieben.
„Widerstand war nötig“
Scholz sagte, 80 Jahre danach könne man bezeugen, dass sich die Frauen und Männer des Widerstands nicht getäuscht hätten. Es gebe den Gegenentwurf zur Nazi-Diktatur – das heutige Deutschland des Grundgesetzes. Der Kanzler machte deutlich, dass vom Widerstand bleibe, nicht vor der Geschichte zu resignieren. „Auf mich kommt es an – es ist diese Überzeugung, die uns auch heute verbinden muss.“ Dafür bräuchten normale Bürgerinnen und Bürger nun keine lebensgefährlichen Heldentaten zu vollbringen. Dennoch sei klar: „Unsere Demokratie ist auf unseren unermüdlichen Einsatz angewiesen, auf den Einsatz jeder und jedes Einzelnen.“
Steinmeier sagte nach einem Besuch in der Ausstellung der Gedenkstätte: „Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus war nötig, weil die Demokratie von Weimar nicht die Unterstützung hatte, die sie brauchte.“ Heute, in der freiheitlichen Demokratie, sei Engagement dafür weiter das Gebot der Stunde. „Nicht Hass und Hetze und erst recht nicht Gewalt. Gewalt zerstört Demokratie.“
Der Präsident würdigte den gesamten deutschen Widerstand gegen die NS-Diktatur. Es gehe nicht um makellose Helden, sondern Menschen, die zum richtigen Moment das Richtige getan hätten und das unter größter Gefahr für sich und ihre Familie.
Bürgermeister würdigt Männer und Frauen von 1944
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) würdigte die Männer und Frauen des 20. Juli 1944 als Vorbilder. Auch im Hier und Jetzt gehe es um Mut und Anstand und darum, „die Demokratie zu verteidigen gegen Bedrohungen von außen und von innen, gegen Krieg und Extremismus“.
apa






