von lif 11.07.2024 17:01 Uhr

Fernwandern neu gedacht: Smarte Wege auf dem E5

Der Fernwanderweg E5 zählt zu den bekanntesten europäischen Fernwanderwegen. Im Rahmen eines INTERREG-Projekts zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wird nun eine Aufwertung der Teilstrecken des E5 in der Euregio angestrebt. Dabei soll auch die Begehung in Richtung Süd–Nord beworben werden, da der Weg klassisch meist in umgekehrter Richtung begangen wird. Zusätzlich werden im Projekt die Höhepunkte entlang der Strecke einheitlich erfasst und ökologisch nachhaltige Tourismuspakete entwickelt.

Innovative Wege entstehen im Dialog: Die Arbeitsgruppe der Projekte „E5 Green and Digital“ und „Digiway“ beim strategischen Austausch am 6. Juni. (Foto: Euregio – Stefan Graziadei, European projects.)

Das INTERREG-Projekt „E5 Green and Digital“

Das Projekt „E5 Green and Digital“ hat zum Ziel, den Fernwanderweg E5 durch hochwertiges und stets aktuelles digitales Kartenmaterial sicherer und begehbarer zu machen – sowohl von Nord nach Süd als auch in umgekehrter Richtung, die Effekt! GmbH in einer Aussendung. Derzeit bestehen jedoch oft Mängel in den digitalen Grundlagen, da Kartenmaterial wenig bis gar nicht harmonisiert ist und sicherheitsrelevante Informationen in den einzelnen Ländern unterschiedlich erhoben werden.

Vorbildhaft nachhaltig

Um nicht nur das Wandern auf dem E5 nachhaltiger zu gestalten, sondern auch das Projekt selbst, wird die Kooperation mit dem INTERREG-Projekt „Digiway“ der Euregio und des  NOI Techparks gesucht und alle Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in diesem Bereich eingebunden. Das Projekt „Digiway“ zielt dabei auf die Harmonisierung und Validierung von Geodaten in der Euregio ab, insbesondere zur Erhöhung der Sicherheit am Berg. Ein zentraler Bestandteil ist das Euregio Living Lab, eine grenzüberschreitende Plattform, die die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung, Unternehmen, Forschenden und Institutionen fördert. Sie dient dem Testen und der Implementierung digitaler Lösungen im realen Umfeld und trägt zur Entwicklung und Verbesserung topografischer Karten sowie verwandter Informationen bei.

Erhebung und Nutzung von Daten

Durch die aktive Einbindung von Wanderern vor Ort werden hochqualitative Datensätze gesammelt, die zur Verbesserung der Sicherheit am Weg beitragen sollen. Das Ziel ist die Harmonisierung der Daten und die Bereitstellung einheitlicher sicherheitsrelevanter Inhalte mit Schwierigkeitsgraden. Wichtige Partner wie Alpine Vereine, Tourismusvereine, Bergführer, Gemeinden, Bergretter und Wegwarte sind aktiv in die Datenerhebung eingebunden.

Status quo und Herausforderungen

Die Herausforderung bleibt die Verbesserung unzureichender oder falscher Informationen, um Wanderern geprüfte Daten zur Verfügung zu stellen. In Südtirol fehlt beispielsweise eine allgemeine Bewertung der Schwierigkeitsgrade für Wanderwege. Trotz neuer technischer Hilfsmittel bleibt die Eigenverantwortung der Wanderer ein zentraler Aspekt für sicheres Wandern.

Die Projekte „E5 Green and Digital“ sowie „Digiway“ – beide werden von der Europäischen Union mitfinanziert – setzen wesentliche Schritte zur Förderung des nachhaltigen Tourismus und zur Erhöhung der Sicherheit am Berg. Beide Projekte versprechen innovative Lösungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zur Verbesserung der Wandererfahrung in der Euregio.

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