von hz 27.05.2024 14:23 Uhr

Die neuen Bürgermeister im UT24-Gespräch

Am gestrigen Sonntag haben in drei Südtiroler Gemeinden vorzeitige Gemeinderatswahlen stattgefunden (UT24 berichtete). Grund dafür war der Wechsel der bisherigen Amtsführer in den Südtiroler Landtag. Während in Lana und St. Martin in Passeier die neuen Bürgermeister gewählt wurden, kommt es in Leifers in zwei Wochen noch zu einer Stichwahl zwischen den beiden Meistgewählten.
UT24 hat mit Dominik Alber (St. Martin in Passeier) und Helmut Taber (Lana) gesprochen, die bald die politischen Geschicke ihrer Gemeinde führen werden.

Links der neue Bürgermeister von St. Martin in Passeier Dominik Alber, rechts der neue Bürgermeister von Lana Helmut Taber - Bilder: facebook

Junger SVP-Bürgermeister in St. Martin in Passeier

Er ist 28 Jahre jung und wird nun die Passeirer Gemeinde St. Martin als Bürgermeister verwalten. Dominik Alber hat bei der Gemeinderatswahl am gestrigen Sonntag 1.180 Stimmen bekommen und somit das Bürgermeister-Duell gegen Patrick Bortolotti (Bürgerliste für St. Martin – 331 Stimmen) klar für sich entschieden. Er folgt damit auf Rosmarie Pamer, die seit einigen Monaten Landesrätin ist.

UnserTirol24: Herr Alber, zunächst herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl. Wie haben Sie am Sonntag auf das Ergebnis reagiert?

Dominik Alber: Ich bin natürlich sehr erfreut über das Ergebnis mit den vielen Stimmen für mich. Klar hat man sich im Vorfeld mit dem Gedanken auseinandergesetzt, dass es mit der Wahl zum Bürgermeister klappen könnte, doch man weiß ja nie. Mit diesem Ergebnis ist es nun angenehm zu arbeiten.

UT24: Auffallend ist, dass beide Bürgermeister-Kandidaten relativ jung sind: Sie sind 28 Jahre jung und der zweite Kandidat Patrick Bortolotti von der Bürgerliste ist 37 Jahre jung. Wie können Sie sich das erklären?

Alber: Eine genaue Erklärung dazu habe ich nicht. Wir hatten innerhalb der SVP ja Vorwahlen mit vier Kandidaten, wobei die anderen drei alle älter als ich sind. Dabei bin ich als Junger auch als Sieger dieser Wahl hervorgegangen. Als Referent hatte ich bisher den Jugendbereich über und war auch Geschäftsführer des Jugendtreffs.

Das schlechte Abschneiden der Süd-Tiroler Freiheit war auch für mich überraschend.

Dominik Alber (28), zukünftiger Bürgermeister von St. Martin in Passeier

UT24: Wenn man auf die vergangenen großen Veranstaltungen in St. Martin, wie den Lederhosenball und das Dorffestival, zurückblickt, so hat man den Eindruck gewinnen können, als ob die „Süd-Tiroler Freiheit“ gerade in Ihrer Gemeinde sehr überschwänglich gefeiert und bejubelt wird. Das Ergebnis vom Sonntag war allerdings eine herbe Niederlage für die politische Bewegung rund um Sven Knoll.

Alber: Ich muss sagen, dass das schlechte Abschneiden der STF auch für mich überraschend war. Demzufolge bin ich mir sicher, dass die Leute verstanden haben, dass wir in der SVP die vergangenen Jahre gut gearbeitet haben. Auch das Ergebnis der Bürgerliste ist weniger stark als gedacht.

UT24: Wie geht es nun weiter? Wann wird der neue Ausschuss stehen?

Alber: Nun werde ich zuerst mit allen gewählten Gemeinderäten das Gespräch suchen. Wenn alles nach Plan läuft, möchte ich den Ausschuss am 12. Juni bei der ersten Gemeinderatssitzung präsentieren und zur Abstimmung bringen.

Junger Anwalt ist Lanas Bürgermeister (SVP)

Vor knapp 15 Jahren war er noch politisch Aktiver der Union für Südtirol unter der Leitung von Andreas Pöder. Nach einer Auszeit politischen Wirkens hat sich Helmut Taber dazu entschieden, mit der SVP einen Neustart zu wagen. Am gestrigen Wahltag ging der 40-jährige Familienvater als Sieger bei der Bürgermeister-Wahl hervor (2.453 Stimmen) und wird in Kürze die politischen Geschicke Lanas führen.

UnserTirol24: Herr Taber, zunächst herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Wahl. Wie haben Sie am Sonntag auf das Ergebnis reagiert?

Helmut Taber: Ich bin total überwältigt von diesem Ergebnis. Ich bin eigentlich bis zum Schluss davon ausgegangen, dass das Duell zwischen Valentina Andreis (1.656 Stimmen; Anm. d. Red.) und mir knapp ausgehen würde. Dass es schlussendlich ein so großer Stimmenvorsprung für mich wurde…ich muss sagen, ich war sehr gerührt über diesen großen Vertrauensvorschuss.

UT24: Es gab ja vier Bürgermeister-Kandidaten: zwei sind für die SVP, einer für die Freiheitlichen und einer für die Grüne Dorfliste angetreten. Bestand innerhalb der Südtiroler Volkspartei nie der Zweifel, dass sich zwei Kandidaten womöglich die SVP-Stimmen derart aufteilen, sodass es einen lachenden Dritten hätte geben können?

Taber: Überhaupt nicht. Es war ganz bewusst unsere Strategie, mit diesen beiden Kandidaten anzutreten, da beide bereits im Ausschuss und dementsprechend bekannt waren. So hat sich der Wahlkampf um den Bürgermeister-Sessel vor allem auf diese zwei Personen zugespitzt.

Als junger Familienvater habe ich bei der Wahl bestimmt einen entscheidenden Einfluss gehabt.

Helmut Taber (40), zukünftiger Bürgermeister von Lana

UT24: Auch Sie gehören mit Ihren 40 Jahren zu der jüngeren Riege der Bürgermeister Südtirols, nachdem in St. Martin in Passeier mit dem 28-jährigen Dominik Alber ebenso ein Junger die Bürgermeister-Wahl gewonnen hat. Bei der Wahl in Lana sind auch Sie als Jüngster der vier Kandidaten als Sieger hervorgegangen. Worauf führen Sie das zurück?

Taber: Als junger Familienvater habe ich bestimmt bei der Wahl einen entscheidenden Einfluss gehabt. Für meine Arbeit als Bürgermeister ist dies bestimmt ein Vorteil für die Familienpolitik im Dorf und wurde wahrscheinlich auch so gewertet.

UT24: Sie folgen ja auf den in den Südtiroler Landtag gewechselten Harald Stauder. Könnte es auch für Sie früher oder später eine Option sein, als Bürgermeister der großen Gemeinde Lana in die Landespolitik zu wechseln?

Taber: In meiner aktuellen Planung ist dies nicht vorgesehen, nein. Ich habe vor, in Lana zu bleiben und es würde mit meiner jungen Familie auch keinen Sinn machen, Politik auf höherer Ebene zu machen.

UT24: Mit Ihnen im neuen Gemeinderat – so wie auch im bisherigen – ist auch ihr Bruder Stefan Taber, der allerdings auf einem Mandat der „Süd-Tiroler Freiheit“ sitzt. Wie wird die Zusammenarbeit mit ihm aussehen?

Taber: Stefan ist aus der Gemeinderatswahl als meistgewählter Oppositions-Gemeinderat hervorgegangen. Ich werde mit allen Parteien das Gespräch suchen und möchte zudem betonen, dass es auch bisher eine gute parteiübergreifende Zusammenarbeit im Lananer Gemeinderat gegeben hat.

UT24: Wie wird sich der neue Ausschuss von Lana zusammensetzen?

Taber: Wir von der SVP haben die absolute Mehrheit im Gemeinderat mit 17 von 27 Räten. Ich werde zunächst mit allen Gewählten reden und dann schauen, wie der neue Ausschuss zusammengesetzt werden kann.

UT24: Blicken wir abschließend noch kurz auf Ihre politische Tätigkeit in der Vergangenheit zurück. 2010 kandidierten Sie noch für die Union für Südtirol unter Andreas Pöders Führung. Wie ist es zum Wechsel zur SVP gekommen?

Taber: Ich habe 2010 zunächst mein Politikstudium abgeschlossen. Danach habe ich einige Jahre unterrichtet und zugleich mein Jura-Studium absolviert. Irgendwann habe ich aufgehört aktiv politisch tätig zu sein. Als ich dann 2019 mein Staatsexamen gemacht habe, verspürte ich wieder die Lust, politisch tätig zu werden. Dann hat sich ein Kontakt mit der SVP Lana ergeben wo ich gemerkt habe, dass man gut gemeinsam arbeiten kann und habe dann bei der Gemeinderatswahl 2020 auf ihrer Liste kandidiert.

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