Israel greift Flüchtlingslager an

Die Hamas erklärte, die Mehrheit der Opfer des Angriffs auf das Flüchtlingslager Al-Maghazi seien Frauen und Kinder. Ein israelischer Militärsprecher sagte, es werde geprüft, ob die israelische Armee zu dem Zeitpunkt in dem Gebiet im Einsatz war.
Ein Journalist der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Haus sei teilweise eingestürzt, als ein Luftangriff das Haus seiner Nachbarn im Flüchtlingslager Al-Maghazi getroffen habe. Dabei seien zwei seiner Kinder getötet worden. Israel wirft der Hamas vor, Flüchtlingslager sowie UNO-Schulen und Krankenhäuser als Verstecke und Waffenlager zu missbrauchen. Die Hamas bestreitet dies.
Netanyahus Rücktritt gefordert
Zeitgleich warfen viele Menschen in Israel Netanyahu vor, dass unter seiner Führung die militante Palästinenser-Organisation Hamas am 7. Oktober das schlimmste Massaker der Geschichte Israels anrichten konnte. Zudem hätten sie einen Gefangenenaustausch gefordert, hieß es weiter. Der Großangriff aus dem Gazastreifen war für die Behörden unerwartet gekommen. Schon zuvor stand Netanyahu wegen einer umstrittenen Justizreform und Korruptionsvorwürfen unter Druck.
Auch an anderen Orten in Israel kam es dem Bericht zufolge erneut zu Protesten gegen Netanyahu. Der Regierungschef weigert sich bisher, öffentlich eigene Fehler einzugestehen. In Tel Aviv hätten sich zudem Tausende Menschen im Stadtzentrum versammelt, um ihre Unterstützung für die Familien der mehr als 240 Geiseln zu zeigen, die die Hamas genommen hat.
Netanyahu lehnt Feuerpause ab
Kürzlich hatten Vertreter der Angehörigen der Geiseln nach einem Treffen mit Netanyahu einen Gefangenenaustausch gefordert. Netanyahu lehnt Feuerpausen im Gaza-Krieg ab, so lange die islamistische Hamas die von ihr im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln nicht freilässt.
APA






