von lif 14.06.2023 13:46 Uhr

„Südtirols Westen braucht ein Tierheim“

Der Verein „EO Tierheim Naturns“ fordert einen neuen und endgültigen Standort für sein Tierheim. „Unsere ehrenamtliche Arbeit ist von öffentlichem Interesse, doch nach fünf aufreibenden Jahren ergebnisloser Herbergssuche stoßen wir an unsere Grenzen“, erklärte Vereinspräsidentin Silvia Piaia bei einer Pressekonferenz. 

Foto: Tierheim Naturns

Vor fünf Jahren hat der Verein das Tierheim in Naturns gezwungenermaßen aufgegeben, nachdem die Besitzerin und Ex-Vizepräsidentin des Vereins den Mietvertrag gekündigt hatte, berichtet das Tierheim Naturns in einer Aussendung. Bis heute blieb die Suche nach einem neuen und endgültigen Standort für ein Tierheim in der westlichen Landeshälfte ergebnislos. 

„Seit 2020 gibt es dank Ex-Bürgermeisterin Beatrix Mayrhofer und des aktuellen Bürgermeisters Stefan Schwarz immerhin ein provisorisches Tierheim in Ulten. Doch dieser Standort ist und bleibt ein Provisorium“, so Piaia. „Logistisch ist ein Tierheim im hinteren Ultental, welches die gesamte westliche Landeshälfte bedienen soll, einfach zu ungünstig gelegen.“ 

  • Präsiidentin Silvia Piaia (Foto: Tierheim Naturns)

Präsidentin Silvia Piaia (Foto: Tierheim Naturns)

Streunende Hunde könnten zum Problem werden

Dabei erfüllen Tierheime eine wichtige Aufgabe, indem sie freilaufende Hunde und Katzen aufnehmen und versorgen. „Es geht hier nicht nur um das Wohlergehen von Tieren oder die Interessen von ein paar Tierliebhabern, sondern auch um Fragen der Hygiene und der öffentlichen Sicherheit“, betont Piaia. „Vor allem die zunehmende Zahl von Vermittlungen durch unerfahrene Privatpersonen in Zusammenarbeit mit teils unseriösen Vereinen, droht immer mehr aus dem Ruder zu laufen und im schlimmsten Fall langfristig Szenarien zu schaffen, wie wir sie in Mittel- und Süditalien kennen“. Denn treten Probleme auf, werden die neuen Besitzer meist alleine gelassen. 

Nicht nur wir sind wegen der geringen Kapazität an unseren Grenzen gestoßen. Gleichzeitig platzt auch das Landestierheim aus allen Nähten. „Bei 22 Standardboxen, die im Idealfall bis zu 40 Hunde beherbergen könnten, sind diese mit 24 schwer zu handhabenden Tieren besetzt“, berichtet Piaia. „Wir in Ulten haben im Vergleich mit 8 Standardboxen eine maximale Kapazität von zehn Hunden, die wir auch voll ausschöpfen“. Aber gerade dank der guten Zusammenarbeit zwischen unserem Verein, der EO UGDA, dem Tierschutzverein Vinschgau und RespekTiere und nicht zuletzt dank der sehr guten Kommunikationslinie mit dem Landestierheim, konnten wir im Zeitraum Jänner 2022 bis Juni 2023 insgesamt 42 schwer vermittelbare Hunde unterbringen, die vom Landestierheim übernommen hätten sollen. Diese Zahlen allein zeigen aber auch, dass etwas passieren muss.“ 

Notwendiges Tierheim ausgebremst

„Wir stehen in engem Austausch mit der Sanität, mit dem tierärztlichen Dienst und auch mit der Landespolitik“, erklärt Piaia. „Seit unserem Umzug ins Ultental haben wir unsere Zuverlässigkeit mehr als bewiesen. Wir arbeiten eng mit den verschiedenen lokalen Tierschutzvereinen und den öffentlichen Behörden zusammen und das sogar trotz geringerer Kapazität noch mehr als die alte Führung in Naturns es jemals getan hat. “Doch wir füllen mit unserer ehrenamtlichen Arbeit ständig nur die Lücken des öffentlichen Systems. Gleichzeitig wird dieses Engagement durch die lokale Politik nicht unterstützt, sondern zum Teil sogar behindert“, berichtet Vereinspräsidentin Silvia Piaia. 

In den letzten Jahren hat der Verein sogar drei geeignete Grundstücke für ein neues Tierheim im Südtiroler Westen gefunden. Dass es bis heute keinen neuen Standort gibt, liegt an politischen Widerständen in den Gemeindestuben. 

Politik zum Handeln aufgerufen

„Unser Verein braucht keine exorbitanten Förderungen, sondern nur ein geeignetes Grundstück, damit wir unsere ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft und der Tiere fortsetzen können“, so Piaia. 

„Wir investieren viel Zeit, Geld, Energie und Nerven in unser Projekt, weil wir überzeugt sind, dass es wichtig und notwendig ist. Und wir sind stets zum Dialog bereit, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, unterstreicht Piaia. „Mittlerweile sind wir jedoch an einer Grenze angelangt. Wir können so nicht weitermachen. Wenn sich in Kürze hinsichtlich Standortes nicht was ändert, sehe ich für die Zukunft des Tierheims schwarz. Wir sind nämlich nicht länger imstande, weiterhin jene Aufgaben zu übernehmen, für die eigentlich das Land zuständig ist. Dann werden wir uns neuen Projekten widmen, die konkret zum Wohl der Tiere beitragen.“ 

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