von su 19.06.2021 14:59 Uhr

Ein nicht alltäglicher Corona-Ausflug

Damit die Geschichte an Brisanz gewinnt und zu einem echten Skandal ausartet, braucht es 100 italienische Hotelmitarbeiter, einen Münchner Arzt und ein Luxushotel. Das Kopfschütteln und die Empörung folgen auf dem Fuß.

München (Bild UT24/su)

Alles beginnt im Mai. Etwas mehr als 100 italienische Hotelangestellte fliegen nach München. Wie der Merkur berichtet, möchten sie dort eine Biontech-Impfung erhalten. Nunmehr wird ermittelt.

Bei einer Razzia sollen mehrere Gebäude in München untersucht worden sein. Angeblich geht es um Bestechung und es soll auch Impfstoff unterschlagen worden sein.

Im Mittelpunkt der Impfaktion soll laut BR ein Münchner Arzt stehen.

Zusammenarbeit bereits „längere Zeit“

„Wir haben am vergangenen Dienstag eine umfangreiche Erklärung an die Zentralstelle geleitet“, wird sein Verteidiger vom BR zitiert. „Wir wollen bei der Aufklärung helfen.“

Die Anfrage eines Patienten, ob der Arzt bei der Impfaktion helfen könne, wird von diesem positiv beschieden. Der benötigte Impfstoff wird in der Folge in einer Münchner Apotheke bestellt. Laut dem Anwalt habe der Arzt bereits „längere Zeit“ mit der Apotheke zusammengearbeitet.

Der Jurist erklärt: „Der Impfstoff kommt nicht vom Schwarzmarkt“.
Trotzdem sollen die Ermittlungen einige offene Fragen klären: So geht es um das Zustandekommen des Kontaktes des Münchner Arztes (Namen der UT24-Redaktion bekannt) und der italienischen Nobel-Hotelanlage.

Deutsch-, italienische Partnerschaft

Rund um die gesamte Aktion ist ein allgemeines Durcheinander entstanden. Nach Aussagen des Hotels bestehe eine „Partnerschaft“. Diese habe es ermöglicht, dass ein „spezieller medizinischer Dienst im Ausland ermöglicht“ wird.

Das Hotelmanagement wird auch von der sardischen Tageszeitung L‘Unione Sarda zitiert: „Die verwendeten Impfstoff-Dosen, an denen alle EU-Mitgliedsstaaten beteiligt sind, seien in keiner Weise beeinträchtigt worden“.

„Impfaktion vom Bundesministerium organisiert"

Der Münchner Arzt legt noch drauf und sagt: „Die Impfaktion sei vom deutschen Gesundheitsministerium organisiert worden“, was mittlerweile von Gesundheitsminister Jens Spahn und vom bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek dementiert worden ist.

Fall jetzt bei Schwerpunktstaatsanwaltschaft Nürnberg

Zwischenzeitlich ist der Fall bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Nürnberg gelandet. Gegen mehrere Personen wird ermittelt. Dazu zählen zwei Ärzte, ein Anwalt, zwei Personen aus dem Hotelmanagement und die Inhaber einer Apotheke.

„Nach der Impfverordnung steht der Corona-Impfstoff nur einem berechtigten Personenkreis zur Verfügung. Die Mitarbeiter des italienischen Hotels waren nicht berechtigt, in Deutschland Impfungen zu bekommen. Hieraus ergab sich dann der Verdacht der Unterschlagung von Impfstoff“, so die Worte vom Sprecher der Staatsanwaltschaft, wie vom BR zitiert.

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