von hm 07.05.2021 14:13 Uhr

Mobilfunk-Grenzwerte könnten angehoben werden

Wissenschaftler fordern seit Jahren von der Politik eine Senkung der Mobilfunk-Grenzwerte. Gleichzeitig werbe die Industrie vor allem bei wichtigen politischen Entscheidungen dafür, die Strahlungs-Grenzwerte nach oben zu korrigieren, meint die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS). Gerade jetzt, wo Italiens Parlamentarier das Maßnahmenpaket für den staatlichen Wiederaufbauplan verabschiedet haben, steht der Ausbau des 5G-Netzes im Raum. Die Verbraucherzentrale und das Netzwerk „Bürgerwelle Südtirol“ machten deshalb am Freitag auf die möglichen Gefahren aufmerksam.

Sogenannte Handymasten bevölkern das Landschaftsbild. (Archiv/pixabay)

In diesen Tagen wurden die Maßnahmen im Zuge des Wiederaufbauplans heiß diskutiert, geht es doch darum, eine beträchtliche Finanzierung vieler künftigen Ausgaben des Staates durch europäische Hilfen zu gewinnen. „Als Verbraucherschützer wissen wir aus Erfahrung, dass solche Gelegenheiten sehr wohl von den verschiedensten Wirtschaftslobbys genutzt werden, um für sich das eine oder andere lang ersehnte Ziel verwirklicht zu sehen“, hieß es aus der Verbrauchzentrale.

Digitalisierung und der Wiederaufbauplan

Der Plan enthalte unter anderem Maßnahmen zur Digitalisierung und erwähne explizit die Einführung und den Ausbau von 5G-Netzen. „Die Fachliteratur befasst sich seit geraumer Zeit mit den Auswirkungen von künstlich erzeugten elektromagnetischen Feldern auf das Menschenleben und auf die gesamte Umwelt. Die wissenschaftlichen Arbeiten, die sich unabhängig mit dem Thema auseinandergesetzt haben, konnten im Laufe der Zeit nicht nur Hinweise, sondern immer mehr Beweise einer ernstzunehmenden Belastung gewinnen können, und zwar auch weit unterhalb der geltenden Grenzwerte“, informierte die VZS.

Juristische Angelegenheit

Inzwischen befassten sich bereits die Gerichte mit den neuen Erkenntnissen. Dies führte unlängst dazu, dass drei Ministerien des Staates Italien vom Oberlandesgericht der italienischen Region Latium verurteilt und für schuldig befunden worden seien. Laut Verbraucherschützer hätten die Ministerien die gesetzlich vorgesehene Information über die Gefährlichkeit des Mobilfunks auf die lange Bank geschoben.

Vorsichtsprinzip anzuwenden

Die Europa-Parlamentarier wurden 2020 vom EPRS (European Parliamentary Research Service) übrigens informiert, dass 5G laut Studien die Gesundheit von Menschen, Pflanzen, Tieren, Insekten und Mikroben beeinträchtigen könnte – und da 5G eine noch nicht getestete Technologie sei, wäre laut Konsumentenschützer ein vorsichtiger Ansatz angebracht.

Die Verbraucherzentrale Südtirol schlägt im Sinne des in der EU gültigen Vorsichtsprinzips einige Maßnahmen im Zuge des 5G-Ausbaus vor, etwa sollten die bisherigen Grenzwerte nicht erhöht werden. Der Mobilfunk sei von Grund auf zu reformieren und nur mehr die Versorgung im Freien bei weit gesenkten Strahlungswerten zuzulassen.

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  1. Itstime
    08.05.2021

    Es gibt Studien die nachweisen dass Mobilfunk Strahlung krebserregend ist. Aber wen interessiert heute schon die Gesundheit. Es geht immer nur um Geld und Profit

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