Augenarzt kann Verdacht auf Impf-Thrombose abklären

In rund 85 Prozent der Hirnvenenthrombosen komme es auch zu einer Schwellung des Sehnervs, die durch eine Untersuchung zu erkennen sei. Der Augenarzt könnte den Augenhintergrund mit einem Spiegel auf eine Stauungspapille erkennen, die das häufigste klinische Anzeichen darstelle.
„Es handelt sich dabei um eine Schwellung an der Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut des Auges, hervorgerufen durch den erhöhten Hirndruck“, erläuterte DOG-Experte Helmut Wilhelm.
Anhaltende Kopfschmerzen als Symptom
Bei anhaltenden Kopfschmerzen über mehrere Tage komme eine Untersuchung mit Computer- oder Magnetresonanztomografie in Betracht, um den Verdacht auf eine Thrombose auszuschließen, was aber oft nicht zeitnah möglich sei. „Dann sollte man vorsichtshalber den Gang zum Augenarzt antreten.“ Dies gelte ganz besonders, wenn Risikofaktoren für eine Thrombose wie Übergewicht oder Gerinnungsstörungen vorliegen.
Entdeckt der Augenarzt eine Stauungspapille, müsse der Patient als Notfall in eine neurologische Klinik mit Stroke-Unit zur Computer- oder Magnetresonanztomografie eingewiesen werden. Erst dann kann gegebenenfalls Entwarnung gegeben werden.
Seltenes Phänomen
Das deutsche Paul-Ehrlich-Institut meldete bis zum 10. April insgesamt 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca gemeldet. In 35 Fällen waren Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen.
„Die Zahlen legen nahe, dass ein höheres Risiko für eine zerebrale Sinusvenenthrombose nach der Impfung nicht auszuschließen ist“, bestätigte DOG-Experte Helmut Wilhelm.






