von ih 19.11.2020 14:49 Uhr

„Brennerbasistunnel ist einer der zentralen Bausteine“

Im Rahmen der Budgetdebatte 2021 widmete sich der Tiroler VP-Abgeordnete Hermann Gahr auch dem sechsjährigen Rahmenplan der ÖBB. Bis 2026 werden österreichweit 17,5 Milliarden Euro investiert.

Foto: Tanja Cammerlander

„So viel Geld wurde noch nie in das heimische Bahnnetz investiert. Das ist ein wichtiger Schritt hin zur Verkehrswende und zur Erreichung unserer klimapolitischen Ziele“, sagt der Tiroler ÖVP-Abgeordnete und Mitglied des Verkehrsausschusses Hermann Gahr.

Ein wesentlicher Punkt im ÖBB-Rahmenplan ist die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Alleine hierfür werden österreichweit 530 Millionen Euro investiert. „Gerade für Tirol ist die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ein zentrales Anliegen. Die Bevölkerung muss von den enormen Verkehrsmassen entlastet werden. Deswegen freut es mich, dass in Wörgl das Güterzentrum ausgebaut wird. Hier wird etwa in Überholgleise für den Güterzug investiert. Um die Anrainer zu schützen, wird auch der Schallschutz ausgebaut. Ab Ende 2024 sollen nur noch Züge mit Flüsterbremsen unterwegs sein“, so Gahr.

Alleine in Tirol werden 3,4 Milliarden Euro in das Bahnnetz investiert. Davon werden etwa folgende Projekte realisiert: Der Bahnhofumbau Schönwies, Errichtung zusätzlicher und Attraktivierung bestehender Bahnhöfe im Großraum Innsbruck, Kapazitätsoptimierung im Tiroler Oberland oder Bahnhofsumbau Imst-Pitztal.

„In meinem Wahlkreis wird der Bahnhof Schwaz umgebaut und der Verschiebebahnhof in Hall modernisiert und automatisiert. Das sind wichtige Investitionen in die Zukunft unseres Landes“, sagt Gahr.

Um den Umstieg für die Pendler vom Auto auf die Bahn weiter zu attraktiveren, werden auch die Park und Ride Plätze bis 2026 massiv ausgebaut. Ende 2026 soll es über 7.000 Stellplätze in ganz Tirol geben. In Jenbach geht im Herbst 2021 ein Parkhaus mit 450 Stellplätzen in Betrieb. Hermann Gahr hat sich seit Jahren für dieses Projekt stark gemacht: „Im Jahr 2009 haben wir rund 500 Unterschriften für diese Park und Ride Anlage gesammelt, jetzt geht sie im nächsten Jahr in Betrieb. Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus“, so Gahr.

Das größte Bahnprojekt bleibt auch weiterhin der Brenner-Basis-Tunnel. Alleine bis 2026 werden um die 2,54 Milliarden Euro investiert. „Der Brennerbasistunnel ist einer der zentralen Bausteine, um die Tirolerinnen und Tiroler vom enormen Transit zu entlasten. Vergangenes Jahr rollten 2,5 Millionen Lkw über den Brenner, diese Situation ist für die Bevölkerung nicht mehr tragbar“, sagt Gahr in seiner Rede im Plenum.

Einen Appell richtete er auch an die Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Österreich liegt mit dem Bau der Zulaufstrecke sehr gut im Zeitplan, leider verzögern sich auf Deutscher und italienischer Seite die Bauarbeiten massiv. Hier müssen wir künftig mehr Druck in Brüssel ausüben, damit auch unsere Nachbarn ihre Pflicht erfüllen.“

Der Tiroler betonte entschieden, dass der derzeitige Streit rund um eine Vertragsauflösung des Baulos „Pfons-Brenner“ auf keinen Fall zu einem Baustopp führen darf: „Wir können es uns nicht leisten, hier den Bau aufgrund eines Vertragsstreits zu stoppen. Das hätte gravierende Auswirkungen auf das Jahrhundertprojekt und würde uns wieder Jahre zurückwerfen. Eine unmögliche Situation für die Tiroler Bevölkerung, die schon jetzt durch den Transit extrem belastet ist“, so Gahr.

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  1. FritzGurgiser
    22.11.2020

    Es würde der Redaktion sehr gut anstehen, ein Mindestmaß an journalistischer Sorgfaltspflicht anzuwenden, bevor ein derartiger Schwachsinn abgedruckt wird – denn alles, was da zum “Thema Verlagerung auf die Schiene” geschrieben wird, ist schlichtweg falsch und irreführend. “Verlagert” wird, wenn der Begriff schon verwendet werden muss, nur Steuergeld in Milliardenhöhe in diverse int. Tunnelbaufirmen. Der BBT – und das weiß auch der “Baron von Tunnelhausen” hoffentlich sehr gut – kann das Transitproblem nicht lösen. Er ist das politisch wohl teuerste Ablenkungsprojekt in ganz Europa, um mit der Lüge der Verlagerung von den eigenen kapitalen Fehlern seit Jahrzehnten abzulenken, wo immer nur die Transitflotte, nicht aber Mensch, Natur und Regionalwirtschaft rund um den Brenner geschützt wurde und weiter wird. Vor allem von genau denen, die sich als “Wirtschaftspartei” bezeichnen, aber immer noch mit dem “Verkehr ist Leben” die Transitlawine hofieren. Wer verlagern will, wie es die Landtage in Bozen und Innsbruck mehrfach seit Jahren beauftragt haben, muss einen fairen Wettbewerb Straße/Schiene herstellen – alles andere ist “bewusste, vorsätzliche und willkürliche Scharlatanerei” auf dem Rücken von uns allen. Fritz Gurgiser, Obmann Transitforum Austria-Tirol

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