von su 18.01.2020 05:13 Uhr

Tramin: Das Schreiben des Pfarrers

In die Angelegenheit Traminer Pfarranger kommt Bewegung. Die Pfarre Tramin hat letzthin an die Gemeindeverwaltung einen Brief geschrieben. Das Schreiben wird als taktisches Kalkül für eine weitere Verzögerung angesehen.

Pfarrer Franz-Josef Campidell, Tramin (Bilder UT24/su)

Der Pfarranger ist mehr oder minder zu jenem Traminer Stückchen Erde aufgestiegen, das über die Zukunft des Weindorfes entscheidet.

Das Grundstück liegt unmittelbar in Zentrumsnähe und würde die Bemühungen der Gemeindeverwaltung unterstützen, die längst herbeigesehnte Dorfberuhigung zu ermöglichen. Das Ganze ist nichts Neues.

Seit bald 40 Jahren wird zumindest verbal darum gebuhlt. Aber keine der amtierenden Volksvertretungen der Vergangenheit hat es bisher geschafft, mit der Pfarre eine einvernehmliche Lösung für die Allgemeinheit zu finden. Das Wort Enteignung wird gar nicht erst in den Mund genommen.

Die Gemeinde hat es uns nicht leichter gemacht

Zwischenzeitlich ist der Druck in Sachen Parkplätze, deutlich gestiegen – die Gemeindeverwaltung hat solche in den vergangenen Monaten gestrichen, ohne neue zu schaffen.

Die Folgen spürt das Dorf an allen Ecken und Enden. In diesen Tagen wird auf dem Hauptplatz von Tramin ein weiteres Geschäft seine Tore schließen.

In einem Interview mit dem Traminer Dorfblatt wird seitens der handtuchwerfenden Geschäftsfrau Brigitte Mayr, auch die Problematik der fehlenden Parkplätze angesprochen: „Die Gemeinde hat es uns dadurch nicht leichter gemacht“ und sie fügt hinzu, dass man auf die bestehenden Geschäfte schauen sollte.

Wir sehen uns also gezwungen

Im Vorfeld der anstehenden Gemeindewahlen vom 3. Mai, bringen sich nunmehr alle in Stellung, die sich mit der Zukunft Tramins beschäftigen wollen und gewissermaßen auch müssen. Das Volk will unmissverständlich und endlich eine Lösung.

Neben der A.f.T, der „Alternative für Tramin“, die das Programm, welches sie abzuarbeiten beabsichtigt, in den Namen gepackt hat, meldet sich am 10.01.2020 auch der Pfarrer.

In einem Schreiben an den Herrn Bürgermeister und die „lieben Gemeinderäte“, lässt er durchklingen, dass er in der Angelegenheit „Pfarranger“ sehr wohl um eine „enge Zusammenarbeit“ bemüht ist und klagt an, dass die Gremien der Pfarre Tramin bei den Planungen der Gemeindeverwaltung, den „Pfarranger“ betreffend, nicht einbezogen wurden.

„Deswegen sahen wir uns also gezwungen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die sich mit dem Anliegen der Pfarre auseinandersetzt“, steht im Schreiben, welches vom Vorsitzenden des Vermögensverwaltungsrates und Pfarrer der Pfarre Tramin, Franz-Josef Campidell und der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Gabi Matzneller Mahlknecht unterschrieben ist.

Im Schreiben des Pfarrers ist auch ein Zeitplan für die Realisierung der Machbarkeitsstudie angeführt. „Voraussichtlich im März 2020 wird ein Lösungsvorschlag der Pfarrgemeinde vorgestellt“, denn für „Studien und Projekte müssen realistische Ausführungszeiten eingeplant werden“, so die Botschaft der Pfarre Tramin.

Pfarre mit Gedächtnislücke

Ein hoher SVP-Exponent, der seinen Namen nicht genannt haben möchte, sagt zu UT24, dass die Pfarre offenbar einer „Gedächtnislücke aufsitzt“, denn sie wisse sehr wohl von den Studien, die der Gemeinderat in Auftrag gegeben habe,

„Immer dann, wenn seitens der Gemeinde konkrete Vorschläge gemacht werden, dann reagiert auch der Pfarrer“, so ein Traminer Gemeinderat zu UT24. Auffallend wäre daran, dass diese Reaktionen einem genauen zeitlichen Kalkül unterliegen, so die Mutmaßung.

Wenn nämlich im März eine Studie kommt, dann hat sich der amtierende Gemeinderat nicht mehr damit zu befassen, weil er zu diesem Zeitpunkt vor dem Hintergrund der bevorstehenden Gemeindewahlen gar nicht mehr operativ ist, heißt es in Tramin.

„Die Karten werden neu gemischt“, und bis die Neuen miteinander können und produktiv werden, vergeht wieder Zeit. Diese vergeht in Sachen „Pfarranger“ schon seit Jahrzehnten, so der SVP-Exponent und passiert wäre gar nichts.

Vorwurf entbehrt jeder Grundlage

Tramins Bürgermeister, Wolfgang Oberhofer sagt zu UT24, dass er und seine Verwaltung den Pfarrgemeinderat eingeladen haben, innerhalb des Jahres 2019, seine Vorstellungen zu präsentieren. „Wir haben dem Pfarrgemeinderat demnach alle Möglichkeiten eröffnet“, sagt Oberhofer.

„Der Vorwurf, wonach wir die Interessen des Pfarrers unberücksichtigt lassen möchten, entbehrt jeder Grundlage“. Unabhängig davon will der Bürgermeister nicht auf die Machbarkeitsstudie des Pfarrers bis im März warten, sondern wird unmittelbar konkrete Gespräche führen, um das Projekt voranzutreiben.

Pfarranger in Tramin. (Bild: UT24/su)

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