von ih 19.04.2019 11:10 Uhr

ASTAT: Immer mehr Menschen kommen nach Südtirol

Am 31.12.2018 zählt Südtirol einer ASTAT-Untersuchung zufolge 531.178 Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr hat die die Wohnbevölkerung demnach um 3.428 Bürger zugenommen, was einer relativen Veränderung von +6,5 je 1.000 Einwohner entspricht.

Symbolbild

Südtirols Einwohnerzahl steigt damitzwar weiterhin an, jedoch ist seit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise 2008 eine Trendumkehr zu beobachten (das stärkere Wachstum der Jahre 2012 und 2013 ist größtenteils auf die Revision der Melderegister infolge der Volkszählung 2011 zurückzuführen). Letzthin zieht der Bevölkerungszuwachs wieder leicht an.

Migranten sorgen für Bevölkerungswachstum in Bozen

Besonders ausgeprägt ist der Bevölkerungswachstum in der Landeshauptstadt: Aufgrund der Überalterung verzeichnet Bozen eine auffällig niedrige Geburtenrate und zugleich eine hohe Sterberate. Das bedingt schon seit geraumer Zeit ein Geburtendefizit, weshalb der Bevölkerungszuwachs der Stadt nunmehr ausschließlich dem Migrationsüberschuss zuzuschreiben ist.

Der positive Wanderungssaldo ist auch in den anderen Bezirksgemeinschaften, außer im Vinschgau und im Wipptal, im Laufe der Jahre zum primären Wachstumsfaktor avanciert.

Betrachtet man das Bevölkerungswachstum auf Gemeindeebene, ist auch im Jahr 2018 vielerorts ein Plus zu beobachten. Im Verhältnis zur Wohnbevölkerung ist der Zuwachs in Vahrn (+32,0 je 1.000 Einwohner), Feldthurns (+30,1‰), Marling (+29,4‰) und Barbian (+26,0‰) am ausgeprägtesten.

92 Gemeinden mit positiver Geburtenbilanz

Insgesamt verzeichnet rund ein Viertel aller Südtiroler Gemeinden derzeit einen Bevölkerungsrückgang, wobei in neun Gemeinden (Kastelruth, Martell, Niederdorf, Prettau, Sexten, Taufers i.M., Tirol, U.l.Frau i.W.- St.Felix und Welschnofen) das Geburtendefizit auch mit einem negativen Wanderungssaldo einhergeht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Während einige Randgebiete seit jeher aufgrund ihrer Strukturschwäche stärker vom Risiko der Entvölkerung betroffen sind, kann in den vorwiegend touristisch geprägten Gemeinden etwa das höhere Preisniveau die Ansiedlung junger Menschen erschweren.

Da der Großteil der Südtiroler Gemeinden (92 von 116) eine positive Geburtenbilanz aufweist, wirkt dort die natürliche Wachstumskomponente der Abwanderungstendenz entgegen.

Wanderungsbilanz steigt seit drei Jahren an

Der Wanderungssaldo, der sich aus der Differenz zwischen Zu- und Abwanderungen ergibt, liegt seit Anfang der 90er-Jahre im positiven Bereich. Das bedeutet, dass seither mehr Menschen nach Südtirol zuwandern als von hier abwandern.

Im Jahr 2018 wurden 18.894 Menschen in Südtiroler Gemeinden meldeamtlich eingetragen, während 16.353 gestrichen wurden. Der Wanderungsüberschuss ist auf 2.541 Personen angestiegen, nachdem er 2015 auf den niedrigsten Stand seit 2001 abgesackt war.

Die Wanderungsbilanz wird jeweils etwa zur Hälfte von den Binnenwanderungen (Zu- und Abwanderungen innerhalb Italiens) und den Bevölkerungsflüssen vom und ins Ausland bestimmt.

Der absolute Nettozuwachs der Wanderungsbewegungen mit dem Ausland, der im Bezugsjahr 1.240 Einheiten ausmacht, ist wieder im Ansteigen, nachdem er zwischen 2008 und 2014 stetig abnahm. Zweierlei Dynamiken liegen dieser Entwicklung zugrunde: Einerseits wandern immer mehr Inländer aus, andererseits verlangsamte sich während der Wirtschaftskrise der Zustrom von Ausländern nach Südtirol.

Mehr als 50.000 Ausländer haben Wohnsitz in Südtiroler Gemeinde

Mittlerweile haben mehr als 50.500 Ausländer in einer Südtiroler Gemeinde ihren Wohnsitz. Das entspricht 9,5 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung. Auch in dieser Bevölkerungsgruppe überwiegen die Frauen, der Großteil hat europäische Wurzeln und konzentriert sich auf städtische Gemeinden. Zudem ist die hier ansässige ausländische Bevölkerung deutlich jünger als die inländische.

Die Alterung der Südtiroler Gesellschaft schreitet trotz des Zuzuges junger Menschen aus dem Ausland und höherer Fruchtbarkeitsziffern der Immigrantinnen weiter fort. Das Durchschnittsalter liegt im Jahr 2018 bei 42,8 Jahren; das sind vier Jahre mehr als zwei Jahrzehnte zuvor, als das mittlere Alter noch 38,8 Jahre betrug.

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