von ih 05.08.2016 10:28 Uhr

„Bozen diskriminiert deutsche Kunden“

Mit dem Verschwinden der alteingesessenen Geschäfte unter den Bozner Lauben verschwindet auch zunehmend die deutsche Sprache. Ein nur subjektiver Eindruck?

Die STF Bozen stellt fest: Italienisch ist in unter den Bozner Lauben im Überfluss in Gebrauch - Foto: STF

Die Bozner Ortsgruppe der Süd-Tiroler Freiheit wollte objektive Fakten.

Der Ortssprecher Cristian Kollmann, sowie die Sekretärin der Bewegung, Barbara Klotz, haben den Sprachgebrauch der Laubengeschäfte bei der Werbung für den Sommerschlussverkauf unter die Lupe genommen.

Italienisch im Überschuss

Ergebnis: Zum Stichtag (1. August) warben 38 von insgesamt 79 Geschäften auf eigenen Plakaten und mit Aufschriften auf den Schaufenstern mit dem Sommerschlussverkauf.

In 17 Fällen war die Werbung nur in Italienisch, in jeweils fünf nur Englisch bzw. Italienisch-Deutsch. Jeweils vier Mal wurde auf Deutsch-Englisch bzw. nur auf Italienisch-Englisch geworben, und jeweils einmal auf Englisch-Deutsch, Englisch-Italienisch-Deutsch bzw. Italienisch-Englisch-Deutsch. In der Werbung für den Sommerschlussverkauf dominiert mit einer Häufigkeit von 32 Mal mit großem Abstand die italienische Sprache. Das Deutsche und Englische liegen mit einer Häufigkeit von 12 Mal gleich auf und stehen an zweiter Stelle. Letztere Werte in Prozent ausgedrückt stellen sich folgendermaßen dar:

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Einen Grund, warum die deutsche Sprache bei der Werbung für den Sommerschlussverkauf so stark ins Hintertreffen gerate, sieht Cristian Kollmann darin, dass sich auch im deutschen Sprachraum der englische Begriff „Sale“ etabliert und die deutschen Begriffe „Sommerschlussverkauf“, „Ausverkauf“ mehr und mehr verdrängt.

Deutsch bei Warenbeschreibung besser

Einen etwas besseren Stand hat das Deutsche bei der Warenbeschreibung in den Auslagen und im Innenbereich der Geschäfte. Diese ist in 27 Geschäften Deutsch-Italienisch, in 22 nur Italienisch, in 16 Italienisch-Deutsch, in vier Italienisch-Englisch, in drei Italienisch-Deutsch-Englisch, in jeweils zwei Deutsch-Italienisch-Englisch bzw. nur Englisch, und in jeweils einem Deutsch, Englisch-Deutsch bzw. Italienisch-Englisch-Spanisch.

Insgesamt ist somit auch bei der Warenbeschreibung die italienische Sprache am stärksten vertreten, und zwar mit einer Häufigkeit von 75 Mal. Auf eine Häufigkeit exakt einem Drittel weniger als das Italienische schafft es das Deutsche mit 50 Mal. Die englische Sprache schlägt mit einer Häufigkeit von 13 Mal zu Buche, und in einem Fall sind die Waren auch in Spanisch beschrieben. So stellen sich letztere Werte in Prozent im Diagramm dar:

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„Deutsche Kunden werden diskriminiert“

Mit der nun vorliegenden Erhebung findet die Ortsgruppe der Süd-Tiroler Freiheit ihre ursprüngliche Wahrnehmung, dass die Bozner Laubengeschäfte immer weiter entdeutscht werden, nun Schwarz auf Weiß bestätigt.

Kollmanns und Klotz‘ Fazit: „Die Geschäfte nehmen es also in Kauf, dass man als Kunde deutscher Muttersprache regelrecht diskriminiert wird. Man hat den Eindruck, dass nicht nur die Ware, sondern auch die deutsche Sprache zum Ausverkauf steht. Da darf man sich nicht wundern, dass so viele Südtiroler lieber nach Innsbruck einkaufen gehen.“

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