von apa 18.02.2016 21:00 Uhr

Innenministerium und HCB-Skandal “Schandflecke des Jahres”

Die Negativpreise für den "Schandfleck des Jahres 2015" sind am Donnerstagabend in Wien an das Innenministerium (BMI) sowie das Zementwerk Wietersdorfer & Peggauer (w&p) gegangen. Das BMI lag wegen der "mangelhaften Versorgung von Asylsuchenden" in der Online-Abstimmung voran, gab das Netzwerk Soziale Verantwortung als Organisator bekannt. w&p wurde für den HCB-Skandal mit dem Jurypreis bedacht.
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Das BMI wurde von 50 Prozent der Abstimmungsteilnehmer auch wegen “der Verschärfung der Asylpolitik und wegen der Auslagerung der Flüchtlingsbetreuung an das profitorientierte Unternehmen ORS zur verantwortungslosesten Institution des Jahres 2015 gewählt”, erklärten die Veranstalter des Schmähpreises. Der Jurypreis für die w&p Zement GmbH wegen der HCB-Emissionen im Kärntner Görtschitztal wurde mit der Gesundheitsbelastung der Bewohner und der Gefährdung der ökonomischen Grundlage der ansässigen Bauern begründet.

“Noch nie in der Geschichte des Schandfleck waren die Folgen der Handlungen der beiden Preisträger für die betroffenen Menschen auf österreichischem Boden so einschneidend”, sagte Romy Grasgruber-Kerl, Geschäftsführerin des Netzwerks Soziale Verantwortung. “Das BMI muss seinen Zugang zu Schutzsuchenden grundsätzlich überdenken. Es sollte die Flüchtlingsbetreuung nicht mehr an profitorientierte Unternehmen auslagern, sondern mit NGOs zusammenarbeiten. Im Fall w&p fordern wir, dass die Wiedergutmachungsansprüche geschädigter Personen gerichtlich verhandelt werden.”

Die unrühmlichen Auszeichnungen für besonders gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen und Institutionen wurden zum vierten Mal im Vorfeld des Welttags der sozialen Gerechtigkeit (20. Februar) vergeben. Unter den Nominierten waren auch die Eurogruppe und der deutsche VW-Konzern.

Das Netzwerk Soziale Verantwortung sieht sich als Verbindung von NGOs und Arbeitnehmervertretungen, die die Anspruchlosigkeit von gesteckten Zielen von Unternehmen mit gesellschaftlicher Verantwortung kritisieren. Gefordert wird die Einbeziehung von sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Kriterien als Grundprinzipien unternehmerischen Handelns.

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