von st 27.04.2015 16:41 Uhr

Denkmalpflege: “Kompatscher hat seinen Laden nicht im Griff”

Im Zusammenhang mit dem Hin und Her zur Landesabteilung Denkmalschutz und deren bisherigen Direktorin Waltraud Kofler-Engl wirft der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, Landeshauptmann Arno Kompatscher vor, den eigenen Laden nicht im Griff zu haben.
Das Denkmalamt in Bozen. Photo: Google Street View

“Wenn wochenlang öffentlich von Landesregierungsmitgliedern vermittelt wird, dass die Abteilung Denkmalpflege aufgelöst wird und man deren bisherige Abteilungsdirektorin öffentlich blamiert und demontiert, dann ist die Debatte gründlich aus dem Ruder gelaufen”, so Pöder.

“Eine derartige öffentliche Demontage von Führungspersonen der Landesverwaltung durch die Landesregierung ist absolut neuer politischer Stil in Südtirol”, so Pöder.

“Dass zudem die Landesregierung unter Arno Kompatscher und die SVP unter Philipp Achammer sich derart weit von den Wurzeln des Erhalts der Kulturlandschaft Südtirols wegbewegt, um ernsthaft dem Denkmalschutz in Südtirol den Boden zu entziehen ist auch ein absolutes Novum. Der Einfluss der Betonlobbys in Südtirol wird offenbar immer größer”, so der Abgeordnete.

Pöder hat bereits vor Tagen eine Aktuelle Anfrage und einen Beschlussantrag zu den Vorgängen um die Denkmalabteilung eingebracht.

Die Auflösung der Abteilung Denkmalschutz und die Unterordnung unter  die Raumordnung würde laut Pöder zudem gegen die Grundsätze des Autonomiestatuts verstoßen.


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“Im Art. 8 des Autonomiestatuts sind ‘der Schutz und die Pflege der geschichtlichen, künstlerischen und volklichen Werte’ als eigenständige Kernkompetenz der Autonomie definiert. Demnach können Denkmalschutz und Denkmalpflege nicht der anderen Kernkompetenz Raumordnung untergeordnet werden”, zeigt sich Pöder überzeugt.

Der Landtag muss sich hier schützend vor und hinter die Kernkompetenz Denkmalschutz stellen und der Landesregierung die Auflösung und Rückstufung dieser für den Erhalt von Südtirols Kulturlandschaft wesentlichen Zuständigkeit untersagen.

“Die Konflikte zwischen Erfordernissen des Denkmalschutzes und  des Bauwesens sind evident und müssen in einem vernünftigen Dialog gelöst werden. Denkmalschutz muss unbequem und hartnäckig aber auch bezahlbar sein”, so Pöder.

„Die Denkmalschutzbestimmungen sind unverzichtbar für den Erhalt unseres Landschaftsbildes. Er muss jedoch an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden“, schreibt der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder in einer Aussendung der BürgerUnion.

Zum Beispiel sei es vielen Bauherren nicht erlaubt, ihr denkmalgeschütztes Haus ordentlich zu dämmen, so Pöder. „Wenn wir eine Ummantelung anbringen und nachher verputzen, beeinträchtigt dies das äußere Erscheinungsbild keineswegs. Ebenso wenig Dreifachverglasungen bei Fenstern oder z.B. Holz-Alu-Fenster sofern im Design an das Erscheinungsbild angepasst. Hier müssen Besitzer von denkmalgeschützter Bausubstanz sehr viel Energieeffizienz auf der Strecke lassen“, heißt es in der Aussendung der BürgerUnion.

“Wenn der Denkmalschutz lebendig und beweglich ist, dann sind Konflikte zwischen, Denkmalschutz und Bauherren zwar vorprogrammiert aber auch einfacher zu lösen”, so Pöder.

“Denkbar wäre beispielsweise eine unbürokratische Schlichtungsstelle, die bei scheinbar unlösbaren Konfliktsituationen vermittelt und Vorschläge unterbreitet”, so Pöder.

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