von gru 28.02.2015 18:00 Uhr

Parteizeitung kostete 60 Millionen Euro

Die Parteizeitung der Lega Nord, la Padania, erschien von Jänner 1997 bis November 2014. 17 Jahre lang hat sie Beiträge kassiert, die vom Amt des Ministerpräsidenten für die Medien der politischen Parteien reserviert sind: 300.000 € im Monat, 10.000 Euro am Tag.
Die Zeitung La Padania ist zu. Photomontage: UT24

Die Parteizeitung schloss letzten November ihre Türen. Der Grund: Finanzielle Schwierigkeiten.

Das verwundert, wenn man bedenkt, dass das Blatt insgesamt über 60 Millionen Euro an öffentlichen Geldern kassiert hat.

Die Stimme des Nordens

Die “Stimme des Nordens” (La voce del Nord) hielt sich also 17 Jahre lang mit den Geldern der “Räuberin Rom” (Roma Ladrona) über Wasser.

Gesetzliche Grundlage ist das Finanzierungsgesetz für die Medien der politischen Parteien. Die Abteilung für Pressewesen des Amtes des Ministerpräsidenten schüttete mit penibler Regelmäßigkeit die Gelder an La Padania aus.

Grundlage für die Auszahlungen sind die von den Zeitungen vorgelegten Rechnungen. Ein System, das Missbrauch Tür und Tor öffnet.

Die letzten verfügbaren Zahlen von 2013 ergeben eine Gesamtsumme von 61.226.442 Euro.

Gleiche Auflage die die Dolomiten

Diese Zahlen sind vor dem Hintergrund von einer Höchstauflage von 60.000 Stück am Tag zu sehen.

Diese wurde aber nur in den goldenen Zeiten der Lega erreicht.

Zum Vergleich: Die Tiroler Tageszeitung hat eine Auflage von rund 84.000 Stück, die Dolomiten rund 56.000 Stück pro Tag.

Die TT druckt mehr

La Padania hat alle Wendungen in der Geschichte der Lega Nord mitgemacht: Mal wurde Silvio Bersluconi beschuldigt, ein Mafioso zu sein, mal wurde er beweihräuchert, je nachdem, mit wem die Lega Nord gerade paktierte.

Dabei entstanden so  grenzwertige Schlagzeilen wie “Il Nord s’incazza” (Etwa: Der Norden hat die Schnauze voll) oder “Facciamo presepi, non moschee” (Etwa: Bauen wir Krippen, nicht Moscheen).

60 Millionen für eine Kleinpartei

Zum Verhängnis wurde der Zeitung die Koppelung der Beiträge an die Gunst der Wähler: Von fast 4 Millionen im Jahr 2008 auf nur mehr rund 300.000 Euro im Jahr 2013.

Bei diesen Zahlen gilt es zu bedenken, dass die Lega Nord in ihrer Geschichte nie mehr als 11% der Wählerstimmer erreicht hat.

 

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