von ml 24.02.2015 23:39 Uhr

Südtiroler Familie auf „Tripaholic“

Als „Blog über Reisen, Backpacking und das Leben als digitaler Nomade“, so stellt sich Tripaholic selbst vor. Es ist eine Plattform für Menschen, die auf der ganzen Welt zuhause sind, und ihre Tipps, Erlebnisse und Erfahrungen jenen zur Verfügung stellen, die sich auf Rucksackreisen begeben. Nun haben es auch zwei Südtiroler auf diese Platform geschafft: das höchst unkonventionelle Ehepaar Roland und Christine Losso.
Reisenomaden: Roland und Christine Losso sind auf der ganzen Welt zuhause

Seit 30 Jahren Reisen um die Welt

Vielseitig sind sie, Roland und Christine Losso. Er hat bereits als LKW-Fahrer, Almen-Hirte, Bergsteiger, Kletterlehrer, Fotograf, Hüttenwirt und vieles mehr gearbeitet, und sie ist Journalistin und Buchautorin sowie seit vielen Jahren Vorsitzende der Hilfsorganisation “Hope for a better world”. Ihre beiden erwachsene Kinder Denise und Manuel, die ebenso reisefreudig sind, sowie deren Kinder Jana und Nicolas unterstützen sie bei ihren Projekten. Nach zahlreichen Expeditionen nach Nepal, Südamerika, Alaska und langen Reisen nach Südostasien, Afrika, Amerika und quer durch Europa führen sie nun seit kurzem ein Ferienresort in Klong Prao Beach auf der Insel  Koh Chang in Thailand.

Angefangen hat alles schon vor vielen Jahren

Bereits als Tochter Denise 5 Jahre alt war, ging es für einige Monate mit dem eigenen Auto quer durch die USA. Wieder zurück, schulte Denise in Südtirol ein, und Roland machte in Nepal eine Anapurna-Umrundung. Anschließend übernahmen sie eine Alm in Südtirol – ohne Strom und fließendes Wasser, bis ihnen Reinhold Messner einen Job auf seinem Schloss Juval anbot.

Expeditionen mit Messner und Kammerlander

Roland begleitete Messner auf einige seiner Expeditionen. Auf dem Berg Ararat in der Türkei ging es um Forschungsarbeiten zur Wiederentdeckung der Arche Noah, und an der Lhotse-Südwand in Nepal wollte ein 15-köpfiges Team rund um Messner die Besteigung dieser höchsten Eiswand der Welt probieren. Anschließend organisierten die Lossos ihre erste eigene Expedition. Während der Lhotse-Südwand-Expedition hat Roland sich die Zehen erfroren und musste das Unterfangen abbrechen.

Ein Jahr später, sie waren inzwischen zu viert, ging es erneut nach Nepal, zum Sechstausender Ama Dablam und dann zum Achttausender Manaslu unter der Leitung von Hans Kammerlander. Dort ereignete sich ein Drama ungeahnten Ausmaßes. Zwei Bergkameraden starben unterhalb des Gipfels. Und die Lossos erlebten die Tragödie hautnah mit. Roland sollte erst 20 Jahre später wieder nach Nepal zurückkommen.

Hope for a better world

Zwischenzeitlich hatte Christine ihr Fernstudium als Journalistin absolviert und sich selbstständig gemacht. Mehrere Monate in Indien brachten sie dazu, ihre eigene Organisation zu gründen: Hope for a better world” wurde aus der Taufe gehoben. Sie bauten mit Spenden ihre erste Schule für behinderte Kinder in Tamil Nadu. Zahlreiche weitere Projekte in Indien folgten: Geburtenstationen, Mädchenschulen und Frauenhilfsprojekte.

Die Arbeit von “hope” weitete sich aus. 1995 gingen Roland und Christine Losso für drei Monate mit den Kindern nach Brasilien. Roland war bereits in Equador und fuhr, nachdem er dort einige Berge bestiegen hatte, mit dem Boot nach Manaos. Schlussendlich trafen sie sich in Salvador de Bahia, wo sie in Barreiras Straßenkinderprojekte betreuten. Dann ging es weiter quer durch Brasilien bis nach Petropolis, wo sie sich mit Waldemar und Leonardo Boff trafen, zwei Befreiungstheologen, die ebenfalls Straßenkinderprojekte am Laufen hielten.

Als Reporterin unterwegs

Christine arbeitete nun als Reporterin, und ihre Reisen führten sie nach Rumänien, Moldawien, immer wieder Indien und schließlich in den Libanon. Kurztrips in die Türkei, nach Tunesien, Ägypten folgten. Roland absolvierte sein Examen als Kletterlehrer und begab sich weiterhin weltweit auf Klettertouren. Er organisierte mehrere Expeditionen nach Alaska zum Mt. Mc Kinley und arbeitete immer wieder in Südtirol als LKW- Fahrer und als Kletterlehrer. Als Redakteurin führte Christine auch Interviews mit berühmten Persönlichkeiten wie etwa Monika Hauser, sie hat den alternativen Friedensnobelpreis erhalten, dem Dalai Lama, Karlheinz Böhm und Peter Maffay.

Gastronomie als Lebensunterhalt

Obwohl sie sich mit mehreren Gastbetrieben selbständig gemacht hatten, reisten sie  nach Burma, Kambodscha, Vietnam, Thailand, Malaysia, Borneo, Laos. Es folgten weitere Expeditionen nach Nepal mit Trekking rund um den Everest und Besteigung des Sechstausenders Mera Peak. Zwischenzeitlich hatten sie aber auch Afrika entdeckt: Kenia, Tansania und Zanzibar. Einiges davon hält sie in ihrem Blog  “Into the world” fest.

Buchautorin und Projektleiterin

Christine Losso hat in der Zwischenzeit sieben Bücher auf den Markt gebracht, unter anderem die Lebensgeschichten ihrer drogenabhängigen Schwester und die Erinnerungen einer Prostituierten sowie zuletzt ihr autobiografisches Buch Wahnsinn Leben. Zugleich laufen Projekte in Äthiopien, wo sie Mikrokredite für Frauen organisieren und den Häuserbau für Witwen und Alleinstehende vorantreiben.

 

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