von st 03.11.2014 16:15 Uhr

Ãœber die Zukunft Bozens: Interview mit Paul Bacher

Paul Bacher gilt als Koryphäe. Als langjähriger und sehr umtriebiger Präsident der „Kofler Stiftung“ - einem deutschen Mädchenheim und Kindergarten in Bozen -, als einstiger Landesobmann der Südtiroler Bäckerinnung und ehemaliger Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes ist er in Bozen und weit darüber hinaus bekannt.
Digitales Modell des Kaufhaus Bozen - Foto: Zukunft Bozen

Paul Bacher ist neben Anna Pitarelli, Heinz Peter Hager,  Evi Seebacher Cazzanelli, Elmar Pardeller, Alberto Stenico und anderen einer jener Personen, die in Bozen seit der ersten Minute an René Benkos Engagement und an das Projekt Kaufhaus Bozen geglaubt haben. Unsertirol24 hat sich mit ihm über die neuesten Entwicklungen zum Kaufhaus Bozen (KHB) unterhalten.

Paul Bacher, zufrieden mit der Entscheidung der Dienststellenkonferenz? Oder doch eher überrascht?

Bacher: Ich bin mit der Entscheidung der Dienststellenkonferenz überaus zufrieden, wobei mich die hohe Bewertung überrascht hat. Das Projekt KHB  hat in allen fünf Bereichen – urbanistisch, architektonisch, städtische Raumplanung, umwelttechnisch, energietechnisch –  die geforderten 70 % weit überschritten während jenes der Erlebnishaus Gruppe nur 50% erreicht hat. Somit kann die Arbeit der Dienststellenkonferenz, basierend auf dem KHB-Projekt weitergeführt werden.

Mit der Neugestaltung der Maria-Theresien-Straße als Fußgängerzone und Eröffnung des Kaufhaus Tyrol sowie der Rathausgalerien wurde in Innsbruck ein großartiger Impuls gesetzt. So formuliert es zumindest die Wirtschaftskammer Tirol. In Bozen sieht die Gruppe um Georg Oberrauch jedoch bei einer Verwirklichung des Kaufhaus Bozen schwarz für die lokalen Unternehmer. Sie waren selbst lange genug Unternehmer – wo sehen sie Chancen und Gefahren?

Bacher: Als ehemaliger Unternehmer sehe ich der zukünftigen Entwicklung in Bozen optimistisch entgegen. Ich nehme das Beispiel von Innsbruck, wo die Innenstadt durch die Rathausgallerie und dem Kaufhaus Tyrol einen enormen Aufschwung erlebt. Nach Rückfrage bei Kaufleuten der MariaTheresienStraße wurde mir bestätigt, dass diese in den letzten Jahren ein Umsatzplus von über 20 Prozent verzeichnen konnten. Auf Bozen übertragen, müssten sich aber die lokalen Kaufleute nicht nur auf erreichten Lorbeeren ausruhen, sondern neue Strategien entwickeln.

Und die Gefahren? 

Bacher: Eine gewisse Gefahr sehe ich in der Zunahme des Verkehrs im Bereich des Bahnhofplatzes und der Garibaldistraße, weil die Gemeinde Bozen gegen eine Untertunnelung ist.

In den Medien versuchen die Promotoren des Erlebnishauses immer damit zu punkten, dass René Benko nicht unumstritten sei …

Bacher: Die Promotoren des Erlebnishaus Bozen um den Sportlerchef Georg Oberrauch zeigen wenig „Sportgeist“ , wollen ihre Niederlage nicht anerkennen und überlegen, alles zu verhindern, indem sie Renè Benko öffentlich ins schlechte Licht stellen und durch gerichtliche Anzeigen erpressen wollen.

UT24: Über 1.500 Mitglieder und Unterstützer zählt der Verein „Zukunft Bozen“ seit seiner Gründung im Frühling. Was macht Sie und ihre Kollegen im Vorstand so sicher, dass Bozen im Aufbruch ist und es nicht bei einem Strohfeuer bleibt?

Bacher: Unser Verein „Zukunft Bozen“ war immer schon vom Projekt überzeugt, weil es vor allem die Neugestaltung des heruntergekommenen Stadtviertels im Bereich des Auto-, bzw. Zugbahnhofs beinhaltet, wobei die Errichtung des Kaufhaus Bozen nur eine zweitrangige Rolle spielt. Allerdings kann das Kaufhaus sicher für einen zusätzlichen Anziehungspunkt in Bozen sorgen.

René Benko hat mehrmals davon gesprochen, dass ihm als Nordtiroler dieses Projekt in Bozen ein Herzensanliegen sei.

Bacher: Für René Benko ist das Projekt ein Herzensanliegen, weil der Nordtiroler Investor schon immer gerne nach Bozen kommt und sich in Südtirol wohlfühlt. Darüber hinaus könnte sein Projekt ganz im Sinne der Zusammenarbeit im Rahmen der Europaregion Tirol verstanden werden.

Das Kaufhaus Bozen soll nach Vorstellungen der Investoren in spätestens 3 Jahren fertig sein. Kann dies klappen?

Bacher: Die Umgestaltung des Stadtviertels und die Errichtung des Kaufhaus Bozen könnte in spätestens 3 Jahren abgeschlossen sein vorausgesetzt, dass Georg Oberrauch nicht durch unnötige Eingaben und Prozesse alles verzögert, was sicherlich nicht im Sinne der Bevölkerung von Bozen und Südtirol wäre.

 

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