Siegfried Unterkircher

20.02.2018

Heimat und die dich schützen

Südtirol bemüht sich heute allerorts an den Todestag eines großen Landsmannes, des Nationalhelden Andreas Hofer in besonderer Weise zu erinnern. In einem Land, in welchen es noch kein Resort für Heimat gibt, zeigen die Südtiroler Schützen unmissverständlich, dass sie weder ein trachtentragender Vinzenz-Verein noch eine politische Partei sind.

Foto: Richard Andergassen

Es ist richtig ermunternd, geradezu ansteckend, was die Südtiroler Schützen in diesen Tagen alles aufs Tapet bringen. Sie geben sich weder konservativ, schon gar nicht antiquiert. Sie zelebrieren aktuell und gegenwartsnah ihre Rolle als Verteidiger der Tiroler Identität: sie sind für mich die modernen Resort-Verwalter für Sprache, Kultur, Sitte, Brauch – ohne politisches Mandat, fern jeglicher politisch gefärbter Ambitionen.

Schaut man sich die Kompanien landauf, landab an, dann ist eine deutliche Verjüngung in den Reihen der Schützen festzustellen, welche auch vom Landeskommandanten selbst repräsentiert wird. Woher diese Motivation, sich einem Wertesystem so offen und lieblich konsequent anzuvertrauen?

Die Formel: „Was du willst im anderen entzünden, muss in dir brennen“, mag vielleicht die Einladung von Felix Baumgartner zu den Feierlichkeiten zu Ehren Andreas Hofers nach Meran mit ausgelöst haben. In den Schützen brennt aber weit mehr, als „nur“ Vorbild sein zu wollen. Wären die Schützen eine politische Partei, dann würden sie sich ausschließlich volkstumspolitischen Aufgaben widmen. Schützen dürfen aber weit mehr sein, als eine politische Partei: Sie dürfen ein „politisches Gewissen“ haben und sie beweisen, dass sie dieses Portfolio namens Tiroler Identität auch redlich leben.

Es darf in diesem Kontext auch sein, dass sich Schützen immer wieder aufs Neue darum bemühen, auf offene und schleichende Bedrohungen der Tiroler Identität aufmerksam zu machen und ggf. auch dagegen mobil zu machen. Es braucht tatsächlich, die von Felix Baumgartner empfohlene Gelassenheit, diese Zeichen zu verstehen, sie anzunehmen, fern jeglichem Futterneid und entwürdigenden Aussagen, von wegen „so etwas hat sich Andreas Hofer nicht verdient“. Das kann nicht mehr sein, als das bewusste Abwürgen von Zielen und Visionen der „anderen“. Ich bin sicher nicht alleine, der so glücklich darüber ist, ein „anderer“ zu sein, denn nur so kann ich es zulassen, unterstützen und mittragen: „Lasst uns gemeinsam das Unmögliche versuchen“

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