Ein Blog von

Georg Dekas

24.05.2019

Europawahlen: Das Sitzfeste bringt‘s!

Am Sonntag, den 26. Mai 2019 stehen auch in Südtirol die allgemeinen, freien und geheimen Wahlen zum Europaparlament an.

Thonet-Sessel (Bild G.D.)

 

Dabei geht es zuallererst darum, eine Vertretung nach Brüssel zu entsenden, die in der Geldverteilungsmaschine EU ein paar Millionen Euro fürs eigene Landl abkehren kann. Oder ein paar Paragräfchen so hinbiegen, damit auch unsere Leut‘ was davon haben. Noch mehr Plapperer brauchen wir in Straßburg oben keine.

Daher ist die Wahlentscheidung eine ganz leichte und eindeutige: Der geeignete, erprobte und tüchtige Vertreter Südtirols in Brüssel heißt Herbert Dorfmann. Also das Listenzeichen mit dem Edelweiß auf schwarzem Grund ankreuzen, Dorfmann schreiben und a Ruah is‘!

Es wird heutzutage so viel Unsinniges geredet und geschrieben, dass allen der Kopf tanzt. Was versucht man dem Wahlvolk nicht alles zu verkaufen! Mehr Europa will die Holzeisen, als ob das originell wäre, mehr Greta-Grün der Lantschner, mehr Italien und weniger Europa die Lega, und Italien Über Alles die Nationalisten à la Meloni und Casa Pound. Derlei Kameraden sind nun wirklich keine Option.

Und würden Zeitgeist-Kandidaten wie die Holzeisen oder der Lantschner entgegen allen Umfragen einen Sitz im Europarlament ergattern, dann hätten wir Südtiroler nur die Ausgabe Reinhold Messner 2.0 – diese aber lange nicht so Tapiro D’Oro-verdächtig wie der König der Achttausender damals.

Man gönnt allen Anwärtern die Schau und den goldenen Sessel, aber bringen tut’s uns hienieden nix. Und wer den Stimmzettel weiß einwirft oder gar die italianissima Lega ankreuzt, der sollte seine Südtirol-Dioptrien vom Onkel Doktor untersuchen und die Brille neu einstellen lassen.

Wenn wir uns schließlich die Stimmen quer über den Kontinent anhören, dann soll es (wieder einmal) eine Schicksalswahl sein. Europa, ganz wichtig, muss vor den Populisten und Putin-Freunden gerettet werden, sagen die einen. In Sachen Klima steht es fünf vor zwölf – nur die EU kann uns retten, sagen die anderen. Nur ein Vereintes Europa kann uns vor China retten, sagen die Wirtschaftler. Nur ein soziales Europa bewahre den Frieden, so die Roten.

Wir Südländer wollen noch mehr Schulden machen, rufen die einen. Wir Nordländer pochen auf Disziplin, rufen die anderen. Naja. Und die Franzosen wollen die Deutschen kleinhalten. Und die Briten, die steigen aus.

Erst an der Wahlurne scheiden sich Nebel und Wasser. Nach a bissl Idealismus und a bissl Protestantismus werden die Wähler die zu vergebenden Sitze mehrheitlich mit dem Gesäß zuteilen, wie immer. Weil das Gesäß der Brieftasche näher ist als der Kopf.

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