Florian Stumfall

13.07.2023

Ehrenrettung für das CO₂

Alle sprechen vom CO₂, kein Tag vergeht ohne seine Erwähnung durch Politik und Medien, es hat den Status einer weltanschaulichen Größe erlangt, unantastbar und jeder Nachprüfung seiner Art und Wirksamkeit entzogen. Wer aber eine derartige Prüfung unternähme, verfiele einem Verdikt, der Blasphemie ähnlich. Das C, so nämlich lautet weitum der Glaubenssatz, verursache eine Erwärmung des Globus, unter der alles Leben aufs Äußerste gefährdet sei.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Dennoch tut es not, die Grundlagen dieses Glaubenssatzes zu prüfen, wie es überhaupt das Zeichen des systematischen Denkens ist, die Schlüssigkeit zwischen Voraussetzung und Ergebnis immer im Auge zu behalten. Es kann nicht sein, dass die Kontrolle der These, von der eine Lehre ausgeht, ab einem gewissen Grad der Gewöhnung unstatthaft wird. Man tut also gut daran, sich die grundlegenden physikalischen Gegebenheiten dann und wann wieder vor Augen zu führen.

Der Planet Erde wird von einer Hülle aus Luft umgeben, die ein Gas-Gemisch darstellt. Die Anteile dieser Gase sind sehr unterschiedlich. So besteht die Luft zu rund 78 Prozent aus Stickstoff, zu gut 20 Prozent aus Sauerstoff, und den Rest bilden die sogenannten Spurengase, unter ihnen neben einem Prozent Argon eben auch das Kohlendioxid mit 0,04 Prozent. Diese und die anderen Bestandteile der Luft bilden ein homogenes Gemisch, das heißt, in jeder Volumen-Einheit befinden sich analog die Anteile der einzelnen Gase insgesamt. Ungleich verteilt sind nur die in der Luft ebenfalls vorkommenden wechselnden Mengen an Wasserdampf und Staub. Dieses Verhältnis besteht seit etwa 350 Millionen Jahren.

CO₂ ist lebensnotwendig

Trotz seines verschwindend geringen Anteils von nur 0,04 Prozent übt das CO₂, eine äußerst wichtige Funktion aus. Alle grünen Pflanzen, selbst Algen, nehmen das CO₂ aus der Luft auf und zerlegen es mit Hilfe des Sonnenlichts in Zucker und Sauerstoff. Die Pflanze nimmt den Zucker als Nahrung und gibt den Sauerstoff an die Luft ab. Der gesamte Sauerstoff der Erdatmosphäre ist auf diese Weise entstanden. Ohne CO₂ gäbe es auf der Erde keine höher entwickelten Pflanzen, keine Tiere und keine Menschen.

Man kann davon die Regel ableiten: Ein erhöhtes Aufkommen an CO₂ führt zu vermehrtem Pflanzenwachstum. Das Kohlendioxid als Schadgas zu bezeichnen, wie das immer wieder geschieht, ist daher unsinnig. Dazu ist obendrein zu bedenken, dass der Anteil des von den Menschen gemachten CO₂ gegenüber dem Gesamtaufkommen nur rund vier Prozent beträgt. Der Großteil kommt aus der Tätigkeit vor allem der unterseeischen Vulkane. Während es auf den Kontinenten nur rund 1.900 aktive Vulkane gibt, werden diejenigen am Meeresboden auf eine Million geschätzt.

Das erklärt auch den Zusammenhang zwischen dem Aufkommen von CO₂ in der Luft und der Erdwärme. Diese variiert hauptsächlich durch eine geringere Entfernung zur Sonne, die Sonnen-Aktivität und diejenige der Sonnenflecken, die Neigung der Erdachse oder durch andere Einflüsse, wie sie in den Milankovic-Zyklen beschrieben sind. Eisbohrungen in Grönland haben ergeben, dass nicht das vermehrte CO₂ eine Erwärmung mit sich bringt, sondern im Gegenteil die Erwärmung der Weltmeere zu einem erhöhten CO₂-Gehalt der Luft führt.

Es ist eine alltägliche Erfahrung: Eine kalte Flasche Mineralwasser hält die Kohlensäure sehr viel besser als eine warme. Die Ozeane aber enthalten 60-mal so viel CO₂ wie die Luft, da aber eine wärmere Flüssigkeit weniger Gase bindet, gibt sie einen Teil an die Atmosphäre ab. Diese Ursache-Wirkung-Relation zeigt: Zuerst kommt die Erwärmung, dann die Erhöhung des CO₂ in der Luft.

Korrekturen sind auch an der grundlegenden These der geltenden Lehre angebracht. Danach bilde das CO₂ eine Schicht in der Stratosphäre, die verhindere, dass die Sonnenstrahlung, die auf die Erde trifft, reflektiert würde. Nun ist unverständlich, warum eine Luftschicht die Strahlen von oben zwar durchlassen, von unten aber behindern soll. Von beiden Seiten nämlich herrschen dieselben physikalischen Voraussetzungen. Zudem ist die Luft homogen, das heißt, es gibt keine speziellen Ansammlungen bestimmter Bestandteile. Und gäbe es sie: Das spezifische Gewicht von CO₂ ist höher als das von Stickstoff. Könnte sich daher das CO₂ in der Luft sozusagen selbstständig machen und irgendwo sammeln, so wäre das nicht in der Stratosphäre, sondern es müsste wegen seines Gewichts nach unten zum Erdboden sinken.

Ursache und Wirkung verwechselt

Das Problem des CO₂ ist daher entgegen der üblichen Darstellung kein klimatisches, sondern es liegt darin, dass es kein Forum der sachgerechten, unvoreingenommenen Debatte mehr gibt. Kein vernünftiger Mensch leugnet, dass sich das Klima ändert – das tut es seit Jahrmillionen. Wo heute Europa liegt, gab es einst ein tropisches Meer und Äonen später kilometerdicke Gletscher. Keines der beiden Extreme, bei denen es um eine Differenz von wohl 80 Grad geht, hatte einen mindernden Einfluss auf die unaufhörliche Entwicklung des Lebens. Wer heute wegen eines oder zweier Temperatur-Grade im Jahresschnitt ein meteorologisches Armageddon heraufziehen lassen will, handelt intellektuell unseriös.

Es bleibt die Frage, wieso dennoch die dominierende Öffentlichkeit an der Treibhaus-Lehre festhält. Die Erklärung ist bestürzend einfach. Die Drohung einer Katastrophe verschafft den Herrschenden ein gewaltiges zusätzliches Potential an Macht, in das Leben der Bürger einzugreifen. Die Angst schüchtert die Bürger ein, die auf solche Weise wehrlos werden. Und – nicht zuletzt – das Klima-Thema hat den wohl ertragreichsten Markt der Gegenwart generiert. Denn wo verlangt wird, dass Billionen für die Klima-Rettung ausgegeben werden, gibt es auch Leute, die diese Billionen einschieben.

Kolumne von Dr. Florian Stumfall
Erstveröffentlichung PAZ (redaktion@preussische-allgemeine.de)

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