Ein Blog von

Georg Dekas

06.07.2018

Das Elend Afrikas

Nein, wir sind nicht schuld daran. “Arme-Negerlein”-Reminiszenzen helfen in der Migrationsfrage nicht weiter.

Bild: Pixabay/Geralt

In einem Südtiroler Kommentar zum Kompromiss der EU in der Asylpolitik wird die Aufrechterhaltung des geltenden Asylrechts in Europa so begründet:

„Europa ist auch mit ein Grund, warum viele Menschen ihre Heimat verlassen. Wir überfluten Länder mit billigen Waren, wir fischen das Meer vor Westafrika leer, wir zerstören Zukunftsperspektiven und tragen zu blutigen Konflikten bei.“

Eine solche Rechtfertigung für die unbegrenzte Aufnahme von – es sind hier wohl nur Schwarzafrikaner gemeint – ist so löchrig wie die Boote ihrer lybischen Schlepper.

Alle Nationen fischen die Weltmeere leer, Beispiel Japan, aber in der Pazifikregion wandert deswegen niemand aus. China überflutet den Westen mit billigen Waren, aber deswegen wandert von hier niemand aus. Nein, die Afrikaner zerstören selber ihre Zukunftsperspektiven, wenn sich ihre Stämme gegenseitig abschlachten. Deswegen wandert dort aus, wer kann.

Dass Europa für alles Elend der Welt im moralischen Sinn mitverantwortlich sei, ist nichts anderes als ein mentaler Restbestand aus dem kirchlichen Missionsglauben.

Die bei Flüchtlingsbewegten so beliebte Vorstellung, dass Europa für seine Kolonialzeit Buße und Sühne tun müsse, ist ebenfalls der religiösen Tradition entlehnt – in deutschen Landen vielleicht gar ein Ableger der öffentlich betriebenen Vergangenheitsbewältigung.

Nein, wir sind nicht schuld am Elend Afrikas und ja, wir müssen unser Asylrecht den neuen Bedingungen des digital-globalen Zeitalters  anpassen und es eingrenzen.

Europa ist aufgerufen, echte politische Verantwortung in den Staatsbeziehungen zu einzelnen afrikanischen Ländern zu zeigen und die Afrikapolitik selbst in die Hand nehmen und neu zu gestalten. Mit ein paar Tiefbrunnen im Sahel ist es nicht getan. Mit Luftangriffen auf Tripolis genausowenig.

“Arme-Negerlein”-Reminiszenzen trüben nur den Blick auf die raue Wirklichkeit.

 

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