Tankstellen sollen Menschen mit Einschränkungen besser unterstützen

Ausgangspunkt der Initiative war ein Hinweis des Südtiroler Monitoringausschusses. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind beim Tanken häufig auf Unterstützung angewiesen und können deshalb nicht immer von den günstigeren Preisen an den Selbstbedienungszapfsäulen profitieren. Während andere Kundinnen und Kunden selbst tanken, bleibt Betroffenen oft nur die Bedienung durch das Personal – und damit häufig ein höherer Tarif.
Die beteiligten Organisationen setzen nun auf pragmatische Lösungen statt auf neue gesetzliche Vorgaben. Die Freien Tankstellen und die Tankstellenpächter im hds wollen ihre Mitglieder für die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sensibilisieren und dazu ermutigen, bei Bedarf Unterstützung anzubieten. Ziel ist es, dass Betroffene trotz notwendiger Hilfe zum Selbstbedienungspreis tanken können.
Konkret wird empfohlen, dass Personen mit Mobilitätseinschränkungen zu den Selbstbedienungszapfsäulen fahren, ihren Parkausweis vorzeigen und das Personal auf ihre Situation aufmerksam machen. Die Mitarbeitenden können anschließend den Tankvorgang übernehmen, während der günstigere Tarif erhalten bleibt.
„Als Freie Tankstellen ist es uns ein Anliegen, allen Kundinnen und Kunden einen möglichst barrierefreien Zugang zu unseren Dienstleistungen zu ermöglichen“, betont Petra Laimer, Präsidentin der Freien Tankstellen im hds. Auch wenn technische oder rechtliche Sonderregelungen bei der Preisgestaltung nicht einfach umzusetzen seien, könnten Sensibilisierung und Hilfsbereitschaft einen wichtigen Beitrag leisten. Oft seien es kleine Maßnahmen, die im Alltag einen großen Unterschied machten.
Ähnlich äußert sich Walter Soppera, Präsident der Tankstellenpächter im hds. Tankstellenbetreiber und Mitarbeitende stünden täglich im direkten Kontakt mit den Kundinnen und Kunden. Deshalb sei es wichtig, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen weiter zu stärken. Betroffene sollten ermutigt werden, sich bei Unterstützungsbedarf direkt an das Personal zu wenden.
Auch Südtirols Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer begrüßt die Initiative. Das gemeinsame Ziel sei es, Barrieren im Alltag abzubauen und praktikable Lösungen zu fördern, die für alle Beteiligten umsetzbar seien.
Die Initiative soll zeigen, dass konkrete Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen nicht immer neue Vorschriften erfordern. Oft können Zusammenarbeit, gegenseitige Rücksichtnahme und ein offener Dialog bereits dazu beitragen, den Alltag spürbar zu erleichtern.






